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Wie aus faulen Krediten ein globales Problem wird
Wenig mehr als ein Jahr nach Ausbruch der globalen Finanzmarktkrise werden ihre Auswirkungen immer dramatischer. Mit Lehman Brother meldete in den Vereinigten Staaten ein 158 Jahre altes Geldhaus Konkurs an, mit Merrill Lynch flüchtet sich die drittgrößte Investmentbank der USA unter die Fittiche der Bank von America.
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Zuvor schon waren die Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac unter staatliche Aufsicht gestellt worden, um Schlimmeres zu verhindern. Im März bereits hatte JPMorgan Chase auf Drängen der US-Regierung die Immobilienbank Bear Stearns vor einem drohenden Zusammenbruch übernommen.
Nachfolgend einige Fragen und Antworten zur weltweiten Finanzkrise.
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Was war Auslöser der Finanzmarktkrise?
Auslöser war das Platzen einer Spekulationsblase auf dem US-Immobilienmarkt. Die amerikanischen Banken hatten in Jahren niedriger Zinsen immer häufiger schlecht besicherte sogenannte Subprime-Kredite für den Hauskauf oder -bau vergeben. Ende 2006 stiegen die Zinsen in den USA. Wegen sinkender Nachfrage rutschten die Immobilienpreise, bis heute um etwa 25 Prozent. In der Folge konnten immer mehr Subprime-Schuldner ihre Kredite nicht mehr bedienen.
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Erklärt das schon die weltweiten Auswirkungen?
Nein. Verschärft wurde die Situation durch waghalsige Konstruktionen: Um sich selbst zu refinanzieren, bündelten die Immobilienbanken die Kredite zu neuartigen Wertpapieren, die weltweit an Investoren verkauft werden, beispielsweise in China oder an europäische Banken.
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Weshalb sind diese Papiere problematisch?
Die gebündelten Kredite werden durch Verbriefung zu an den Börsen handelbaren Papieren, mit denen spekuliert wird. Problem bei den sogenannten Asset Backed Securities und anderen "strukturierten" Finanzmarktprodukten ist, dass in den Paketen gute ebenso wie schlechte Hypothekenrisiken enthalten sind. Der Käufer kennt die wirklichen Bestandteile jedoch nicht. Er kann nicht selbst den realen Wert des Paktes ermitteln, sondern muss sich auf die Einstufung einer Ratingagentur verlassen.
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War der Zusammenbruch dieses Systems absehbar?
Experten haben schon vor einiger Zeit vor den Gefahren immer abenteuerlicherer Finanzkonstruktionen gewarnt. Das System beruht letztlich auf Glauben. Solange genügend Marktteilnehmer an den Wert der Strukturierten Produkte glauben, kann man sie handeln. Das System bricht zusammen, wenn das Vertrauen wegfällt. "Etwas musste passieren", sagte der frühere Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, Kenneth Rogoff, dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Man kann nicht einfach mit dünner Luft Geld verdienen".
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Wann ist es passiert?
Es geschah Mitte 2007: Immer mehr Subprime-Kredite platzten, das Vertrauen in den Wert der mit US-Hypothekenverträgen angeblich besicherten Papiere fiel in den Keller - und damit ihr Preis an den Märkten. In der Folge mussten Banken die Werte dieser Papiere in ihren Büchern teils drastisch nach unten berichtigen, mit der Folge tiefroter Zahlen in den Bilanzen.
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Sind noch mehr Geldinstitute betroffen?
In den USA haben seit Mitte 2007 bereits elf kleinere Banken die Schalter schließen müssen. Christopher Whalen von Institutional Risk Analytics sagte voraus, dass bis Juli nächsten Jahre etwa 110 der 8.400 US-Banken das Geschäft einstellen könnten.
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Hat das auch Folgen für die übrige Wirtschaft?
Wenn immer mehr Banken in Bedrängnis kommen, wirkt sich das auf andere Wirtschaftsbereiche ebenso aus: Den Banken wird das Geld knapp mit der Folge, dass Kredite teurer und vor allem auch an strengere Vergabebedingungen geknüpft werden. Die neuesten Entwicklungen erschütterten das wechselseitige Vertrauen an den Geldmärkten, meinen die Ökonomen der Commerzbank. "Aus der Kreditzurückhaltung könnte eine Kreditklemme werden."