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Mit 44,5 Millionen Euro bei Lehman spekuliert: Wirbel um Düsseldorfer Rentenkasse

VON MICHAEL BRÖCKER - zuletzt aktualisiert: 23.10.2008 - 22:45

Berlin/Düsseldorf (RP). Die Deutsche Rentenversicherung Rheinland in Düsseldorf hat 44,5 Millionen Euro in Termingeschäften bei der insolventen US-Bank Lehman Brothers angelegt. Auch bei vier Berufsgenossenschaften und einer Unfallkasse bestehen Forderungen in Höhe von insgesamt 57,55 Millionen Euro. Rentner müssen sich dennoch keine Sorgen machen, beruhigen Experten.

Die Lehman-Pleite kostet drei deutschen Landesbanken insgesamt 1,4 Milliarden Euro. Foto: Getty Images North America, AFP

Die Deutsche Rentenversicherung ist in den Strudel der internationalen Finanzmarktkrise geraten. „Im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung hat ein Träger Forderungen in Höhe von 44,5 Millionen Euro als Termineinlagen in verschiedenen Stückelungen bei der Lehman Brothers Bankhaus AG angelegt”, teilte die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion mit.

Die Deutsche Rentenversicherung Rheinland, eine der bundesweit 16 Träger der Deutschen Rentenversicherung, räumte ein, sie habe die 44,5 Millionen Euro als Termingelder beim deutschen Bankhaus Lehman Brothers AG mit Sitz in Frankfurt am Main angelegt.

Dieses Bankhaus gehöre dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken an. „Damit sind die Termingeldeinlagen der Deutschen Rentenversicherung Rheinland so angelegt, dass ein Verlust ausgeschlossen werden kann”, heißt es in der Erklärung. Das habe der Banken-Bundesverband auf Nachfrage ausdrücklich bestätigt. Die Termingelder einschließlich Zinsen würden noch in diesem Jahr zurückgezahlt.

Auch bei vier Berufsgenossenschaften und einer Unfallkasse bestehen Forderungen gegenüber Lehman Brothers in Höhe von insgesamt 57,55 Millionen Euro, heißt es in dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt.
Das Geld, das die Deutsche Rentenversicherung Rheinland eingesetzt hat, stammt aus der Reserve der Rentenkasse, der sogenannten Nachhaltigkeitsrücklage.

Damit werden Einnahme- und Ausgabeschwankungen in der Rentenversicherung ausgeglichen. So soll vermieden werden, dass Arbeitnehmer kurzfristig durch Beitragssatzanpassungen belastet werden. Gesetzlich vorgesehen ist, dass die Reserve rund 80 Prozent einer Monatsausgabe der Rentenversicherung abdeckt. Das entspricht 11,3 Milliarden Euro.



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Für die Rentner habe die Fehlspekulation keine Folgen, sagte Walter Haas aus Hilden, Vorsitzender der Deutschen Rentenversicherung Rheinland. „Wir haben eine Garantieerklärung des Sicherungsfonds der Deutschen Banken, dass wir nicht nur unser Geld wiederbekommen, sondern auch die Zinsen. Unsere Versicherten müssen sich nicht um einen Cent ihrer Rentengelder Sorgen machen.”

Auch der Freiburger Rentenexperte Bernd Raffelhüschenberuhigte: „Es besteht kein Grund zur Panik. Die Auszahlung der Rente ist nicht gefährdet.” Der Fonds ist eine freiwillige Einrichtung der deutschen Banken. „Ein Verlust der Termingeldeinlagen ist ausgeschlossen”, sagte ein Sprecher der Rentenversicherung.


 
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