Staatshilfe: Zehn Milliarden Euro für niederländische ING
zuletzt aktualisiert: 19.10.2008 - 21:28Amsterdam (RPO). Das niederländische Finanzunternehmen ING beansprucht Kapitalhilfen aus dem von der holländischen Regierung geschnürten Rettungspaket. Der Staat beteiligt sich mit zehn Milliarden Euro an dem Finanzunternehmen, um dessen Kapitalbasis zu verstärken.
Das gab Finanzminister Wouter Bos am Sonntagabend bekannt. Der Schritt sei wegen der "Markterwartungen" notwendig, wenngleich die Bank "gesund" sei, sagte Bos auf einer Pressekonferenz.
Der Staatsanteil an dem Unternehmen wird nach Angaben des Ministers etwa 8,5 Prozent betragen. Die Investition sei aber zeitlich begrenzt. Die Regierung wird zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat der ING entsenden.
Das Finanzunternehmen teilte mit, es werde für dieses Jahr die Dividendenzahlungen aussetzen und die Gehälter der Manager überdenken.
ING hatte am Freitag überraschend angekündigt, dass unter anderem aufgrund höherer Abschreibungen für das dritte Quartal ein Verlust von 500 Millionen Euro zu erwarten sei. Noch vor der Ankündigung hatten Gerüchte die ING-Aktie am Freitag um 24 Prozent einbrechen lassen. Sie schlossen in Amsterdam bei 7,70 Euro. Noch im März galt ING gemessen an der Marktkapitalisierung weltweit als eines der Top-20-Finanzunternehmen. Seither hat die Aktie drei Viertel ihres Wertes verloren.
Die Londoner "Sunday Times" hatte am Sonntag berichtet, das Unternehmen könnte bis zu neun Milliarden Euro frisches Kapital brauchen und wolle daher vom Rettungspaket der niederländischen Regierung Gebrauch machen.
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