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"Finanztest"
Hausumbau mit Bausparen oder Bank?

Zinsen: Hausumbau mit Bausparen oder Bank?
Eine Fachzeitschrift hat 16 Bausparkassen unter die Lupe genommen. FOTO: dpa, obe_cu fpt gfh
Düsseldorf. Die Zeitschrift "Finanztest" hat 16 Bausparverträge geprüft - speziell unter dem Aspekt, ob die Angebote für die Modernisierung von Haus oder Wohnung besser geeignet sind als entsprechende Offerten von Banken. Von Georg Winters

"My home is my castle" ist zwar ein englisches Sprichwort, aber dem deutschen Immo-bilien-Eigentümer durchaus geläufig. Wörtlich übersetzt heißt es: "Mein Haus ist mein Schloss", oder frei übersetzt: Hier fühle ich mich geborgen und wohl. So viel Wellness lässt sich der Deutsche viel Geld kosten. Etwa 130 Milliarden Euro fließen jährlich allein in die Modernisierung von Häusern und Wohnungen. Komplettumbau, Erneuerung von Fenster, Dach oder Heizung, der Wintergarten hintendran - all das kostet Geld, häufig eine deutlich fünfstellige Summe. Die hat nicht jeder auf dem Girokonto. Woher kommt das Geld? Von der Bank, wo man vorher spart und dann einen Kredit aufnimmt? Oder aus dem Bausparvertrag?

Mit dem Thema hat sich die Zeitschrift "Finanztest" beschäftigt. Sie hat 16 Bausparkassen untersucht, die sich freiwillig einem Test unterzogen haben. Die Rechenmodelle: Der Darlehensnehmer braucht in vier Jahren 15.000, in sechs Jahren 30.000 oder in acht Jahren 50.000 Euro. Einen eindeutigen Testsieger hat die Zeitschrift nicht ermittelt, weil das Ergebnis immer auch davon abhängt, wie groß der Kredit ausfällt und wie lange der Kreditnehmer vorher sparen kann. Aber immerhin hat der Test fünf eindeutige Vorteile für einen Bausparvertrag ausgemacht:

Zinssicherheit Der Zinssatz von meist zwei oder drei Prozent für die Kreditaufnahme in den beschriebenen Fällen stehe schon fest, heißt es. Wer dagegen in vier, sechs oder acht Jahren einen Kredit von der Bank will, muss hoffen, dass die Zinsen dann noch niedrig sind.

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Aufschläge Von Kunden, die "nur" kleinere Summen wie die in den Beispielfällen bräuchten, berechneten Banken oft Aufschläge. Dafür bieten sie meist Ratenkredite an, und die sind deutlich teurer als ein Hypothekendarlehen. Beim Bausparvertrag gilt der Zinssatz dagegen auch für kleinere Darlehen.

Nachrangdarlehen Anders als viele Banken berechneten Bausparkassen auch keinen Aufpreis, wenn das Grundstück schon durch einen anderen Kredit belastet sei, der im Grundbuch an erster Stelle eingetragen sei, so "Finanztest".

Blankodarlehen Apropos Grundbuch: Mitunter vergäben Bausparkassen die Kleindarlehen auch ohne Eintragung ins Grundbuch, argumentieren die Autoren von "Finanztest". Das geht allerdings bei einem Ratenkredit, den eine Bank vergibt, genauso.

Staatliche Förderung Mancher Bausparer bekommt auf seine Beiträge auch noch die staatliche Wohnungsbauprämie - jedenfalls dann, wenn das Gehalt 25.600 Euro (Alleinstehende) oder 51.200 Euro (Ehepaare) nicht übersteigt und die Zweckbindung (wohnungswirtschaftlicher Zweck) erfüllt wird.

Natürlich sind die Zeiten, in denen Bausparkassen bei Neuverträgen mit attraktiven Zinsen punkten konnten, auch vorbei. Mehr als 0,25 Prozent zahlen die Anbieter kaum noch. Zwar gibt es je nach Laufzeit bei Banken und Sparkassen auch nicht mehr, aber da die Bausparkassen auch noch Abschluss- und Vertragsgebühren berechnen, können die Kosten am Ende höher sein als der Zinsgewinn. Auf der anderen Seite gilt: Wenn der Finanzierungsbedarf in einigen Jahren "nur" mehrere zehntausend Euro ausmacht, kann ein Bausparvertrag aus Sicht von "Finanztest" daher sinnvoll sein.

Grundsätzlich sollte man aber auch hier immer mehrere Angebote miteinander vergleichen. Wichtig dabei ist besonders: Die spätere Auszahlungssumme - also Sparguthaben plus Darlehen - sollte auf jeden Fall für die Modernisierung reichen, so dass man nicht noch zusätzlich etwas drauflegen muss. Spar- und Tilgungsraten sollten die finanziellen Möglichkeiten des Bausparers nicht übersteigen. Und ideal ist es natürlich, wenn der Vertrag genau dann zuteilungsreif wird, wenn die Modernisierung geplant ist. Beides sollte man also genau aufeinander abstimmen.

Quelle: RP
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