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Verwirrung um Griechenland-Rettung: Zögerlicher Wochenauftakt am Aktienmarkt

zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 - 18:26

Frankfurt (RPO). Angesichts der noch immer ausstehenden Griechenland-Lösung ist der deutsche Aktienmarkt am Montag zögerlich in die Woche gestartet. Der Dax ging nach einem wechselhaften Verlauf mit einem knappen Abschlag von 0,03 Prozent bei 6764,83 Punkten über die Ziellinie.

Zuvor war er schwach in den Handel gestartet, hatte es zwischenzeitlich aber auch ins Plus geschafft und bei 6781 Punkten den höchsten Stand seit sechs Monaten markiert. Die übrigen Indizes schlossen ein Stück weit deutlicher im Minus: Der MDax sank um 0,37 Prozent auf 10 374,96 Punkte und der TecDax verlor 0,28 Prozent auf 769,62 Punkte.

Die Experten der Landesbank Baden-Württemberg sprachen mit Blick auf Griechenland von einer Verschnaufpause nach der "euphorischen Würdigung der US-Konjunkturzahlen" am Freitag. Sorgenvoll stimmte die Anleger, dass sowohl die erhoffte Einigung auf einen Schuldenschnitt als auch auf den geforderten Sanierungskurs am Wochenende in Athen weiterhin ausgeblieben war. Dass der Dax seine frühen Verluste zum Ende hin aufholen konnte, wurde am Markt vor allem mit der üppig vorhandenen Liquidität begründet, die weiterhin den Markt stütze.
"Generell bleiben viele Anleger nun aber an der Seitenlinie stehen, bis ein konkreter Ausweg gefunden wird", sagte ein Börsianer.

Schwach zeigten sich angesichts der weiter fehlenden Griechenland-Lösung die Bankenwerte. Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade verwies darauf, dass Investoren gerade bei Banken weiter sehr nervös zu Werke gingen. "Auf der einen Seite haben sie einen Großteil der diesjährigen Performance verpasst, da viele Fondsmanager den Finanzsektor untergewichtet hatten." Auf der anderen Seite schwebten aber weiterhin die Risiken über der Branche. Die Titel der Deutschen Bank büßten 1,15 Prozent auf 33,65 Euro ein und die der Commerzbank verloren 1,25 Prozent auf 1,892 Euro.

Besser erging es den RWE-Titeln, die mit einem Aufschlag von 2,60 Prozent auf 32,405 Euro den zehnten Gewinntag in Folge hinlegten. Der Energieversorger hatte einen verschärften Sparkurs angekündigt und zudem hatten sich mehrere Analysten positiv zu den Aktien geäußert.
Nach der geplatzten Fusion mit der New Yorker Börse NYSE Euronext waren derweil aber die Titel der Deutschen Börse mit plus 2,64 Prozent der größte Tagesgewinner. Sie knüpften damit an ihren seit vier Wochen anhaltenden, steilen Aufwärtstrend an. Wie Vorstandschef Reto Francioni in der "Financial Times Deutschland" sagte, will der Börsenbetreiber nun aus eigener Kraft wachsen.

Im MDax stiegen die Gea-Titel nach gut aufgenommenen Jahreszahlen um 1,32 Prozent auf 25,81 Euro. Analysten verwiesen zudem auf den üblicherweise konservativen Ausblick des Maschinenbau-Konzerns, der den Markterwartungen Spielraum nach oben lasse. Die Aktien von Douglas sprangen nach einer Stimmrechte-Mitteilung um 4,48 Prozent auf 33,78 Euro hoch und setzten sich damit an die Indexspitze.
Begründet wurde dies mit einer Stimmrechte-Mitteilung, wonach sich Aktionär Erwin Müller über Derivate den Zugriff auf eine Sperrminorität von über 25 Prozent sichern könnte.

Auch an den übrigen Europabörsen fiel der Wochenstart mit roten Vorzeichen aus. Der EuroStoxx 50 verlor am Ende 0,29 Prozent auf 2507,89 Punkte und auch in London und Paris gaben die Leitindizes nach. An der Wall Street lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss ebenfalls moderat im Minus.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,54 (Freitag: 1,52) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,22 Prozent auf 131,33 Punkte. Für den Bund-Future ging es derweil um 0,38 Prozent auf 138,84 Punkte hoch. Der Kurs des Euro gab ein wenig nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3042 (1,3160) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7668 (0,7599) Euro.

Quelle: dpa

 
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