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Berlin
Flüchtlingshilfe kurbelt Wirtschaftswachstum an

Berlin. Die Industriestaaten-Organisation OECD traut der deutschen Wirtschaft wegen des robusten Konsums und der starken Zuwanderung mehr Wachstum zu. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 1,9 Prozent stiegen und 2017 um 1,8 Prozent, teilte die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) mit. Dieses Jahr soll es dagegen lediglich zu einem Plus von 1,5 Prozent reichen. "Das Wirtschaftswachstum wird 2016 steigen, da ein robuster Arbeitsmarkt, tiefe Zinsen und niedrige Ölpreise den privaten Verbrauch fördern", erklärte die OECD.

Auch steigende Staatsausgaben für die Integration von Flüchtlingen kurbeln demnach die Konjunktur an. "Das wird deutliche Kosten verursachen" sagte OECD-Experte Christian Kastrop. Allein die Bundesregierung will für 2016 acht Milliarden Euro für die Bewältigung der Flüchtlingskrise lockermachen. "Das ist ein zusätzlicher Nachfrageimpuls für die deutsche Wirtschaft", sagte Kastrop.

Deutschland könnte auch langfristig von der starken Zuwanderung profitieren. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Flüchtlinge rasch einen Job erhalten. Notwendig seien eine rasche Anerkennung ausländischer Ausbildungsabschlüsse und eine gute Bildung für die Kinder von Asylbewerbern.

Auch die Handwerker in Deutschland strotzen angesichts voller Auftragsbücher vor Optimismus. Das Geschäftsklima habe ein Allzeithoch erreicht, teilte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) mit. Einer Konjunkturumfrage zufolge bewerten 90 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend. Nun erhöht der Verband seine Prognose und erwartet für 2015 ein Umsatzplus von zwei Prozent.

(rtr)
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