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Düssseldorf
Flüchtlingsstreit bei Handwerkstreff

Düssseldorf. Chef der WGZ-Bank rechnet mit Flüchtlingspolitik ab, Laschet wehrt sich. Von Reinhard Kowalewsky

Wie zerrissen das bürgerliche Lager beim Thema Flüchtlingspolitik ist, zeigte sich gestern beim sonst so harmonischen Dreikönigstreffen des NRW-Handwerks. Gastgeber Hans-Bernd Wolberg, Chef der WGZ-Bank, nutzte sein Grußwort, um mit der Flüchtlingspolitik der großen Koalition abzurechnen. Es sei eine völlige "Selbstüberschätzung" zu glauben, dass man Hundertausende Flüchtlinge einfach ins Land lassen könne. Es sei falsch gewesen, am 5. September die Grenze nach Österreich zu öffnen. "Mit Schönfärberei kommen wir nicht weiter", schloss er.

Als Reaktion versuchte NRW-CDU-Chef Armin Laschet vorrangig, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu verteidigen. Praktisch die ganze Bevölkerung, inklusive der Wirtschaft habe sich im Sommer 2015 für eine offene Flüchtlingspolitik eingesetzt, jetzt komme es darauf an, die EU-Grenzen zu sichern, die Bedingungen in den Flüchtlingslagern in der Türkei, in Jordanien und im Libanon zu verbessern. Zur Öffnung habe es keine Alternative gegeben. Außerdem solle der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, endlich etwas gegen das "Milliardengeschäft" der Schlepper tun.

Eher auf Seite von Laschet war Handwerkspräsident Andreas Ehlert. Das Handwerk sei bereit, viel für die Integration der Einwanderer zu tun. Jedoch müsste viel schneller entschieden werden, wer bleiben darf und wer nicht - damit Bleibende dann von den Betrieben engagiert ausgebildet werden können.

Quelle: RP
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