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Frankfurt
Banken wollen allerlei Gebühren erhöhen

FMH Finanzberatung: Banken wollen allerlei Gebühren erhöhen
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Frankfurt. Der Bankenverband rechnet wegen des Zinstiefs mit Erhöhungen für Kunden auf breiter Front.

Gebühren fürs Abheben am Geldautomat? Das gibt's schon, hat die FMH Finanzberatung herausgefunden. So verlange die Sparkasse Chemnitz bei zwei Kontomodellen ab der vierten Abhebung im Monat 30 Cent; am Schalter koste das 2,50 Euro - ab dem zweiten Mal. Die Aachener Bank berechne für das Geldabheben am Automaten 40 Cent, fürs Einzahlen am Automaten 2,50 Euro. "Um ihre Renditen zu steigern, lassen Banken ihre Kunden inzwischen für jede Kleinigkeit bezahlen", sagt FMH-Inhaber Max Herbst.

Bisher wurde das Betreiben von Geldautomaten quersubventioniert aus den Einnahmen aus dem Zinsgeschäft. Seitdem die Zinsen aber faktisch abgeschafft wurden, fehlen Banken und Sparkassen diese Einnahmen. "Die Erträge sind unter Druck", sagt Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). Die Tendenz, für bestimmte Kontodienstleistungen Gebühren zu erheben, steige deshalb. Es sei aber Sache der einzelnen Institute, ob, wie viel und wofür sie solche Gebühren erhöben. "Wenn einem örtlichen Bankmanager nichts anderes übrigbleibt, als die Gebühren zu erhöhen, damit er profitabel wirtschaften kann, dann ist das je nach Wettbewerbssituation der richtige Weg", sagt auch ein Sprecher des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR).

"Alles ist möglich", hört man in der Branche. Noch lotet sie offenbar aus, welche Gebühren sie Kunden zumuten kann. Das beginnt bei komplexen Modellen für die Kontoführung. Die Institute bieten je nach Kundengruppe einige noch kostenfrei an, während andere schon mit erheblichen Gebühren verbunden sind, sei es für Überweisungen oder Daueraufträge oder auch für die Ausgabe von Giro- oder Kreditkarten.

"Die aktuelle Diskussion um mögliche Gebühren für Barabhebungen kommt den Banken gerade recht", glaubt Dirk Schiereck, Professor für Unternehmensfinanzierung an der Technischen Universität Darmstadt. Der Grund: "Dann können sie die Reaktion der Öffentlichkeit erfahren, ohne sich selbst aus der Deckung wagen zu müssen."

(bsc)
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