Imageschaden befürchtet: Fondsbranche empört über Deutsche Bank
zuletzt aktualisiert: 14.12.2005 - 14:09Frankfurt/Main (rpo). Nachdem die Deutsche Bank angekündigt hat, ihren rund sechs Milliarden Euro schweren Immobilienfonds Grundbesitz-Invest zu schließen, befindet sich die Branche in heller Aufregung. Die Mitbewerber sind - milde gesagt - empört, sprechen von einem unmöglichen Verhalten gegenüber den Anlegern, einem einmaligen Vorgang und Schaden für das Produkt Immobilienfonds.
Die Deutsche Bank habe die Schließung des Fonds bewusst in Kauf genommen, als sie ihren Vertrieb vor einigen Tagen über einen Verkaufsstopp informiert habe, hieß es. Der Brief sei geradezu eine Einladung an Anleger zur Rückgabe von Anteilen gewesen.
Nachdem zahlreiche aufgeschreckte Anleger ihre Anteile an dem Fonds zurückgaben, teilte die Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate am Dienstagabend mit, die Rücknahme und Ausgabe von Anteilen an dem Fonds Grundbesitz-Invest werde vorerst ausgesetzt, bis das Ergebnis der eingeleiteten Neubewertung der Immobilien vorliege. Dies werde für Anfang Februar erwartet. Damit sollten alle Anteilseigner des Fonds gleichgestellt werden.
Ein Sprecher der DB Real Estate betonte am Mittwoch, man habe durch aktuelle Immobilienverkäufe in den vergangenen Wochen festgestellt, dass ein erhöhter Abwertungsbedarf bestehe. Die Aussetzung der Ausgabe neuer Anteile sei aus juristischen Gründen erforderlich gewesen ebenso wie die Erstinformation an den Vertrieb. Alle Maßnahmen seien in Abstimmung mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht erfolgt.
In Finanzkreisen hieß es dagegen, "ein derartiges Vorgehen in der Branche hat es noch nie gegeben". Normalerweise nehme man eine regelmäßige Neubewertungen vor und schließe einen offenen Immobilienfonds nicht einfach. Von außen gesehen habe es keine Notwendigkeit für diesen Schritt gegeben. Zudem zögen Immobilienmärkte in Deutschland allmählich wieder an, in die Grund-Invest zu 65 Prozent investiert hat.
Der Branchenverband BVI bekräftigte unterdessen, die Schließung des Fonds sei kein Branchenproblem. Eine Umfrage des BVI bei seinen Mitgliedern habe ergeben, dass derartige Schritte bei anderen Fonds weder geplant noch zu erwarten seien.
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