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Ex-Hypo-Real-Chef: Funke im Visier der Staatsanwaltschaft

zuletzt aktualisiert: 11.10.2008 - 08:29

München (RPO). Die Staatsanwaltschaft München prüft ein Ermittlungsverfah­ren gegen den ehemaligen Vorstandschef der Hypo Real Estate (HRE), Georg Funke, und seinen Finanzvorstand Markus Fell. Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete vorab, bereits im Frühjahr sei eine substanzielle Anzeige eingegangen, die sich gegen Funke und Fell wegen Verstößen gegen das Aktiengesetz gerichtet habe.

Die Staatsanwaltschaft prüft ein Ermittlungsverfahren gegen Ex-HRE-Chef Funke.  Foto: AP, AP
Die Staatsanwaltschaft prüft ein Ermittlungsverfahren gegen Ex-HRE-Chef Funke. Foto: AP, AP

"Wir prüfen derzeit, ob wir ein förmliches Ermittlungsverfah­ren gegen die beiden Herren einleiten", sagte Münchens Leitender Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld dem Magazin. "Wir warten noch auf die Stellungnahme des BaFin, die wir dazu angefordert haben."

Der Hypothekenfinanzierer war mit einer Milliardenbürgschaft des Bundes vor der Pleite gerettet worden. Das Blatt schrieb, der HRE-Vorstand habe Vorwürfe bewusster Fehlinfor­mationen über die Liquiditätssituation zurückgewiesen.

Das Magazin schrieb unter Berufung auf eine Mitteilung des Bundesfinanzministeriums an den stellvertretenden FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzen­den Carl-Ludwig Thiele, die Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen (BaFin) habe die Probleme der Hypo Real Estate aufgrund einer Gesetzeslücke zu spät erkannt. Die HRE sei als Konzern-Holding organisiert und unterliege deshalb nicht der deutschen Bankenaufsicht. Thiele sagte dem Blatt: "Deshalb musste die BaFin die Prüfung der irischen HRE-Tochter Depfa komplett der dortigen Aufsicht überlassen. Jeder Furz ist in Deutschland geregelt. Aber dass ein Finanzkonzern aus dem Dax mit einer Bilanzsumme von 400 Milliarden nicht unter die Bankenaufsicht fällt, hätte dem Bundesfinanzminister rechtzeitig auffallen müssen."

Quelle: afp

 
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