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Düsseldorf
Garantiezins sinkt vermutlich weiter

Düsseldorf. Lebensversicherungen könnten bald nur noch mit 1,0 Prozent verzinst werden.

Anbieter von Kapitallebensversicherungen rücken immer mehr von Produkten ab, die dem Kunden einen Garantiezins über lange Zeit versprechen. Somit nimmt seine Bedeutung ab. Für jene, die noch mit ihm arbeiten wollen, wird der Verkauf ihrer Policen ab 2018 vermutlich noch schwieriger. Denn die deutsche Aktuarvereinigung, deren Vorschläge maßgeblichen Einfluss auf die Höhe des Garantiezinses haben, empfiehlt eine Absenkung von 1,25 auf 1,0 Prozent in zwei Jahren. Das heißt: Versicherer dürften dann bei Neuverträgen ihren potenziellen Kunden auch nicht mehr als dieses eine Prozent Verzinsung auf ihre gesparten Beiträge versprechen. Für alle bestehenden Verträge würde die Regelung aber nicht gelten. Sie gelten weiter zu den Konditionen, zu denen sie geschlossen wurden. Die endgültige Entscheidung über die Höhe des Garantiezinses trifft das Bundesfinanzministerium auf Grundlage der Berechnungen der Versicherungsmathematiker und auf Empfehlung der Finanzaufsicht Bafin.

Mit dem niedrigen Garantiezins, der seit Anfang des vergangenen Jahres bei 1,25 Prozent liegt, soll sichergestellt werden, dass Versicherer sich nicht übernehmen und Kunden eine Leistung versprechen, die sie nicht einhalten können, weil sie selbst nicht genug Geld an den Kapitalmärkten verdienen. Schon jetzt stöhnen manche Unternehmen unter Garantieversprechen aus der Vergangenheit, die sie dazu zwingen, das Ersparte der Versicherten mit vier Prozent zu verzinsen. Und da die Niedrigzinsphase nach Einschätzung von Experten durchaus noch mehrere Jahre anhalten könnte, sind die Aussichten für die Lebensversicherungsunternehmen eher schlecht.

(gw)
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