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Bundesbank
Geldfälscher bedienen sich im Internet

Woran erkenne  ich "falsche Fuffziger"?
Woran erkenne ich "falsche Fuffziger"? FOTO: ddp
Frankfurt/M.. Wer Geld fälschen will, findet zunehmend im Internet Hilfe. Ein paar gezielte Klicks reichen, und ein unechtes Hologramm landet im Warenkorb - das ist ein Sicherheitsmerkmal, das Euro-Banknoten neben Wasserzeichen & Co vor Fälschungen schützen soll.

Zwar dominieren vor allem kriminelle Profi-Banden aus Südeuropa das Geschäft mit den Blüten, aber inzwischen mischen chinesische Händler über das Netz kräftig mit - sie bieten etwa die Hologramme an, die man zur Falschgeldherstellung braucht.

Das macht sich auch in Deutschland bemerkbar: Noch nie seit der Euro-Einführung 2002 wurden so viele Blüten sichergestellt wie im ersten Halbjahr 2015. Von Januar bis Juni zogen Banken, Handel und Polizei rund 50 500 falsche Euro-Banknoten aus dem Verkehr, doppelt so viele wie im gleichen Vorjahreszeitraum und 31 Prozent mehr als in der zweiten Hälfte 2014, wie die Bundesbank mitteilte. Aber: "Das Falschgeldaufkommen bleibt in Deutschland trotz des Anstiegs auf einem niedrigen Niveau", sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Der Schaden stieg von 1,8 Millionen auf 2,2 Millionen Euro. Mit fast 24 400 Scheinen war fast jede zweite Fälschung (48 Prozent) eine 50-Euro-Blüte.

In der Grafik ist zu sehen, wie der 20-Euro-Schein gegen Fälschung geschützt ist. FOTO: dpa/RP

Was sollten Kunden und Händler genau beachten? Eine Übersicht:

Allgemeines Wenn Kunden kleinere Einkäufe mit großen Geldscheinen bezahlen, rät die Bundesbank den Händlern zur Vorsicht. Kunden wiederum sollten sich bei der Annahme von Wechselgeld ausreichend Zeit nehmen und die Noten genau anschauen, befühlen und hin und her bewegen.

Hologrammstreifen Auf der Vorderseite gibt es einen silbernen Streifen, auf dem sich bei leichtem Kippen die Wertzahl mit dem Euro-Zeichen abwechseln. Zudem leuchtet der Hologrammstreifen in Regenbogenfarben. Bei den neuen Fünf-, Zehn- und 20-Euro-Scheinen enthält der Streifen ein Bild von Prinzessin Europa, den Nennwert und das Architekturmotiv.

Falschgeld oder echte Banknote? FOTO: rpo/Vassilios Katsogridakis

Smaragdzahl Auf der Vorderseite der neuen Noten ist zusätzlich eine Smaragdzahl zu sehen - durch diese verläuft beim Kippen eine helle Linie. Die Farbe wechselt von smaragdgrün zu tiefblau. Bei den alten 50- bis 500-Euro-Scheinen gibt es auf der Rückseite in der rechten unteren Ecken eine Farbzahl, die je nach Betrachtungswinkel von Olivgrün nach Purpurrot wechselt.

Zusatzhologramm Bei Noten ab 50 Euro ist auf der Vorderseite ein Hologramm mit der Wertzahl und dem Hauptmotiv zu sehen.

Glanzstreifen Auf den Scheinen bis 20 Euro ist auf der Rückseite in der Mitte ein goldener Glanzstreifen, der je nach Betrachtungswinkel unsichtbar wird. Er enthält die Wertzahl und das Eurozeichen.

Wasserzeichen Hält man den Geldschein gegen das Licht, dann erscheint auf der linken Seite der Vorderseite das Hauptmotiv als Wasserzeichen.

Ertastbare Merkmale Die alten Scheine sind aus Baumwolle, was sich schnell erfühlen lässt. Die neueren sind mit Lack beschichtet - sie fühlen sich glatt an und sollen länger halten. Alle Scheine haben Erhebungen - sogenannte Druckreliefs, die sich ertasten lassen.

Pflichten Derjenige, dem Falschgeld untergejubelt wird, hat Pech. Der Betroffene muss das Geld bei den Behörden - also bei der Polizei oder der Bundesbank - abgeben. Einen Ersatz gibt es dafür nicht.

Sicherheit Die wichtigsten Merkmale auch bei www.rp-online.de/falschgeld

(maxi/dpa)
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