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VW-Hauptversammlung: Gemäßigte Aktionärs-Kritik an Piech

zuletzt aktualisiert: 19.04.2007 - 14:48

Hamburg (RPO). Ferdinand Piech, VW-Aufsichtsratsvorsitzender, wurde auf der Hauptversammlung des Konzerns in Hamburg nicht mehr so scharf kritisiert wie noch im vergangenen Jahr.

Der angekündigten Forderung der britische Fondsgesellschaft Hermes nach Einzelentlastung der Aufsichtsratsmitglieder kam das Unternehmen zuvor und beschloss ein solches Verfahren von sich aus. Hermes hatte zudem bereits im Vorfeld des Aktionärstreffens die Nicht-Entlastung von Piech beantragt.

Im Gegensatz zu 2006 stellten die großen Aktionärsvereinigungen keinen gleich lautenden Antrag und erklärten, sich der Stimme bei diesem Tagesordnungspunkt zu enthalten. Im Vorjahr hatte Piech bei seiner Einzelentlastung über 98 Prozent der Stimmen für sich verbucht. Der seit 2002 amtierende Aufsichtsratschef will für weitere fünf Jahre an der Spitze des Kontrollgremiums wiedergewählt werden.

Piech trägt laut Hermes für die ihrer Meinung nach mangelnde Corporate Governance bei VW "besondere Verantwortung". Kritisiert wird, dass es möglicherweise zu einer Interessensüberlagerung von Porsche-Aktionär Piech bei VW kommen könne und Entscheidungen nicht im Sinne aller Aktionäre getroffen werden. Hermes Investment zählt mit einem nach eigenen Angaben verwalteten Fondsvermögen von rund 69 Milliarden Pfund (138 Milliarden Euro) zu einer der größten britischen Fondsgesellschaften und hat in den vergangenen Jahren Piechs Rolle ins Visier genommen.

Ulrich Hocker von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) lobte zwar die deutliche Kurssteigerung der VW-Papiere, warf aber zugleich die Frage auf, "wie gut sich der Kurs wohl entwickelt hätte, wenn die Corporate Governance noch besser gewesen wäre". Es lägen "nach wie vor unüberbrückbare Interessenkonflikte vor", sagte Hocker. Hansgeorg Martius von der Schutzgemeinschaft der Kleinanleger (SdK) schloss sich den Äußerungen zu den Interessenkonflikten an. "Wir sind mit dem Verhalten bezüglich des Corporate Governance Kodex überhaupt nicht zufrieden", sagte er.

Quelle: afp

 
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