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Düsseldorf/Münster
Genossenschaften sollen für schnelles Internet sorgen

Düsseldorf/Münster. Genossenschaften von Kommunen, Unternehmen und Haushalten sollen helfen, damit die Versorgung von NRW mit schnellen Internetzugängen besser wird. Dies kündigt der Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsverband (RWGV) an. Das NRW-Wirtschaftsministerium unterstützt die Strategie. Von Reinhard Kowalewsky

Der RWGV stellte dazu gestern Modellvorhaben vor, bei denen die Stadt Hagen und der Kreis Paderborn Glasfaseranschlüsse in Gewerbegebieten legen wollen. So haben bislang im Gewerbepark Lennetal bei Hagen rund 50 Prozent der Unternehmen nur einen Anschluss mit einem sehr niedrigen Übertragungstempo von sechs Megabit pro Sekunde. Weil weder Telekom noch andere Firmen bereit sind, die Firmen günstig mit einem Anschluss von 50 Megabit/Sekunde oder mehr zu versorgen, soll eine Genossenschaft die Rettung bringen.

Für 2000 bis 5000 Euro pro Anschluss ist ein Übertragungstempo von 1000 Megabit/Sekunde drin. Dabei müssen die Mitglieder einer Genossenschaft einen kleineren Teil der Investitionen aus ihrem Budget bezahlen - den Rest sollen Kredite finanzieren. Und neben Unternehmen sollen auch Privatkunden einsteigen können. "Wenn eine Siedlung in der Nähe des Gewerbegebietes ist," meint RWGV-Vorstandschef Ralf Barkey, "dann sollten die beim Projekt mitmachen können."

Der Verband meint, dass das NRW-Bauministerium gegenüber Kommunen deutlicher klarstellen solle, dass die sogenannte Microtrenching-Methode ohne Bedenken eingesetzt werden könne. Dabei wird eine Straße mit einer Fräse nur wenige Zentimeter breit aufgeschnitten, um die neuen Leitungen 40 oder 60 Zentimeter tief einzulassen. "Mit Microtrenching können wir Glasfaser rund ein Drittel günstiger legen", sagt RWGV-Experte Stefan Touchard. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) sieht das ähnlich: "Alternative Verlegemethoden für Glasfaser sind ein guter Weg, um den Breitbandausbau in NRW zu beschleunigen. Darüber laufen konstruktive Gespräche in der Landesregierung und in den kommunalen Spitzenverbänden."

Wenig hält der RWGV davon, dass die Telekom ihr DSL-Netz mit der Vectoring-Methode aufrüsten will. Die Technik erlaubt ein Übertragungstempo von 100 Megabit/Sekunde über die klassische Telefonleitung. Dieses verbesserte DSL kann aber nur genutzt werden, wenn eine Firma das örtliche Netz alleine steuert "Das führt zu einem neuen Monopol der Telekom", warnt RWGV-Leiter Barkey. Außerdem droht Vectoring den Ausbau von Glasfaser indirekt zu verlangsamen, weil das alte Telekom-Netz an Attraktivität gewinnt.

Quelle: RP
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