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Düsseldorf
Gericht erlaubt doch Streik bei Lufthansa

Düsseldorf. Anders als am Vortag gibt das Arbeitsgericht Düsseldorf der Ufo recht.

Der größte Arbeitskampf in der Geschichte der Lufthansa wird mit unverminderter Härte fortgesetzt. Die jüngsten Versuche der Kranichlinie, den Streik verbieten zu lassen, blieben erfolglos. Das Arbeitsgericht Düsseldorf wies einen Antrag des Dax-Konzerns zurück. Damit entschied Richter Klaus Olschweski anders als die 1. Kammer einen Tag zuvor. Die hatte den Flugbegleitern den Arbeitskampf am Standort Düsseldorf untersagt - allerdings anders als gestern ohne mündliche Verhandlung. Ufo-Chef Nicoley Baublies, der extra nach Düsseldorf angereist war, sagte: "Wir haben keine Sekunde daran gezweifelt, dass wir rechtmäßig unsere Interessen verfolgen."

Wegen des fortgesetzten Streiks hat die Lufthansa erneut für heute 930 Verbindungen in München, Frankfurt und Düsseldorf gestrichen, damit sind nach Angaben des Konzerns 107.000 Passagiere von dem Ausstand betroffen.

Ufo-Chef Baublies machte den Flugreisenden wenig Hoffnung darauf, dass die Tarifauseinandersetzung per Schlichtung doch noch vor dem für morgen geplanten Ende vorzeitig abgebrochen werden könnte. Angesichts der "derzeitigen Schlacht in der Öffentlichkeit" sei es kaum denkbar, "ohne ein Zeichen des Lufthansavorstands an seine Mitarbeiter einfach den Streik abzubrechen und noch einmal ohne veränderte Rahmenbedingungen in eine Schlichtung zu gehen". Baublies kritisierte, dass der Konzern nur drei Themen für eine Schlichtung benannt habe, dabei sei es in den Verhandlungen um insgesamt 23 Tarifverträge und Vereinbarungen gegangen. Die von der Lufthansa angebotene Schlichtung bezeichnete er deshalb auch als "Rückschritt".

Lufthansa-Chef Carsten Spohr will im Tarifstreit nicht einlenken. "Wir müssen das durchstehen, um unsere Position zu sichern", sagt er bei einer Veranstaltung in Frankfurt. "Der Widerstand gegen Veränderungen im Unternehmen ist groß, insbesondere bei bestimmten Beschäftigtengruppen." Der Konzern habe aber keine Wahl, als sich zu ändern, da sich die Welt geändert habe, sagte der Lufthansa-Chef.

(maxi)
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