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Berlin
Gewerkschaften setzen SPD bei Werkverträgen unter Druck

Berlin. Die SPD steht nach Einschätzung des Kasseler Gewerkschaftsexperten Wolfgang Schröder unter Druck, eine weitgehende Regulierung der Werkverträge durchzusetzen. Das Verhältnis der SPD zu den Gewerkschaften werde belastet, "wenn sich entgegen den Verabredungen im Koalitionsvertrag keine belastbare Regelung zu den Werkverträgen findet", warnte Schröder im Vorfeld der Vorstandsklausur des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) heute und morgen in Berlin.

Die CSU lehnt den Gesetzentwurf zu Leiharbeit und Werkverträgen von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ab. Auch der Wirtschaftsflügel der Unionsfraktion sieht die Neuregelungen kritisch. Auf einen Kabinettstermin wartet Nahles seit Wochen vergeblich. Die Union hat vor allem Bedenken gegen ihre Pläne bei Werkverträgen, die teils über den Koalitionsvertrag hinausgehen.

Auf der DGB-Klausur erwarten die Gewerkschaftschefs heute Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Der SPD-Chef habe seine Türen für die Gewerkschaften zwar weit geöffnet, doch sei "nicht alles eitel Sonnenschein im Verhältnis SPD und Gewerkschaften", sagte Schröder.

Morgen treffen die Gewerkschafter auch Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel. Deren pragmatischer Regierungsstil und ihre Zuverlässigkeit hätten das Verhältnis der Union zu den Gewerkschaften verbessert, so Schröder.

(mar)
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