San Francisco

Google baut künstliche Intelligenz aus

San Francisco. Das Unternehmen hat Kameras vorgestellt, die selbst entscheiden, ob sie ein Foto machen, und Smartphones, die permanent die Umgebung analysieren.

Google will mit Hilfe künstlicher Intelligenz smartere Geräte für verschiedene Lebenslagen bauen und sich so von den großen Hardware-Rivalen Apple und Samsung abheben. Das Unternehmer stellte daher nun in den USA nicht nur neue Smartphone-Modelle und vernetzte Lautsprecher vor, sondern auch eine kleine Kamera, die selbst entscheiden soll, wann sie einen Schnappschuss oder ein kleines Video aufnimmt. In den meisten Geräten ist auch der Google Assistant an Bord, mit dem sich der Nutzer unterhalten kann.

Google stellte unter anderem neue Modelle seines Smartphones "Pixel" vor. Während das Design eher schlicht ist, soll die Expertise bei maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz den Unterschied machen. So ist in die Geräte der sprechende Google Assistant integriert. Die neue Funktion "Google Lens", bei der Inhalte im Bild erkannt werden können, funktioniert zunächst nur in der Foto-App - später soll es reichen, die Smartphone-Kamera zum Beispiel auf ein Objekt oder ein Gebäude zu richten.

Eine neue Anwendung für seine lernenden Maschinen findet Google bei der automatischen Musikerkennung: Bei eingeschalteter Funktion identifiziert das Telefon alle Songs, die in seiner Umgebung laufen und blendet die Titel ein. Über die Benachrichtigungen können sie dann zum Beispiel bei der Videoplattform YouTube abgerufen werden. Zum Erkennen sind "Fingerabdrücke" von tausenden Songs direkt auf dem Gerät gespeichert und werden wöchentlich aktualisiert. Eine Herausforderung für eine solche Funktion sei schon, die Musik von Umgebungsgeräuschen zu unterscheiden, hieß es.

Bei der Kamera bekommen die "Pixels" auch die zuvor von Apple eingeführte "Porträt"-Funktion, bei der der Hintergrund per Software verschwommen dargestellt wird. Dadurch sollen die Fotos denen einer Spiegelreflexkamera ähneln.

Ein innovatives Gerät ist auch die Kamera Google Clips, die selbst entscheidet, wann sie sieben Sekunden lange Videos aufnimmt, aus denen der Nutzer dann auch Fotos aussuchen kann. Google betont, dass die Daten grundsätzlich verschlüsselt auf dem Gerät bleiben, bis man sie zum Bearbeiten auf ein Smartphone exportiert.

(dpa)

Outbrain