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Düsseldorf
Groschek gegen Energieverordnung

Düsseldorf. Der NRW-Bauminister fordert eine "andere Systematik" für den Klimaschutz. _ Von Detlev Hüwel

Die geltende Energie-Einsparverordnung (Enev) wird nach Ansicht von NRW-Bauminister Michael Groschek keinen Bestand mehr haben. "Die Enev ist so zum letzten Mal umgesetzt worden", sagte der SPD-Politiker in Düsseldorf voraus. Er forderte eine "andere Systematik", bei der nicht mehr das Einzelobjekt ausschlaggebend sei. Vielmehr müsse es eine "Siedlungsbetrachtung" geben, die etwa das Vorhandensein einer dezentralen Energieversorgung berücksichtige. Wenn sich an den bestehenden Vorschriften nichts ändere, käme es zu "fensterlosen Festungen", ohne dass dem Klimaschutz wirklich geholfen wäre, sagte der Minister. Es sei ein "Märchen" zu glauben, die enormen Investitionen für die energetische Ausstattung von Häusern zahle sich eines Tages aus.

Im Zwiespalt zwischen Klimaschutz und der Tatsache, dass Deutschland infolge wachsender Bevölkerung deutlich mehr Wohnraum brauche, erwarte er von der Bundesregierung eine klare Prioritätensetzung zugunsten des Wohnungsbaus, betonte Groschek. Im Sommer müsse darüber auf einer Sonderkonferenz der Bauminister aus Bund und Ländern gesprochen werden. Das könnte Barbara Hendricks, die aus NRW stammt, in die Zwickmühle bringen: Die SPD-Politikerin, ist als Bundesministerin zuständig für Umwelt und für Bauen.

Groschek und Vertreter der Wohnungswirtschaft sehen ermutigende Zeichen für zunehmende Bautätigkeit in NRW. Allein der soziale Wohnungsbau hat im vergangenen Jahr gegenüber 2014 um 37 Prozent auf 9200 geförderte Objekte zugelegt. Groschek bekräftigte, dass zur besseren Nutzung der Grundstücke mehr "in die Höhe" gebaut werden müsse. Gefördert würden jetzt auch siebengeschossige Bauten. Allerdings wolle man Bausünden wie in den 70er Jahren nicht wiederholen. Er persönlich werde auf die Kommunen "Druck machen", damit rascher Bauland ausgewiesen werde. In NRW seien bis zu 120.000 neue Wohnungen nötig.

Quelle: RP
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