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Basel
Großbanken sollen Risiken mit Billionenpuffern abfedern

Basel. Das globale Finanzsystem soll nach dem Willen der internationalen Aufseher noch besser gegen mögliche Pleiten von Großbanken geschützt werden. Dazu müssen sie künftig zusätzliche Puffer von zusammengerechnet bis zu 1,2 Billionen Euro aufbauen, mit deren Hilfe bei einer Schieflage der Bank Verluste aufgefangen werden sollen. Das hat der Finanzstabilitätsrat (FSB) als Gremium der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) gestern erklärt. Den festgelegten Standards zufolge müssen die großen Banken in zwei Schritten bis zum Jahr 2022 mindestens 18 Prozent der Bilanzrisiken zur Verlustabdeckung vorhalten. 2019 müssen bereits 16 Prozent erreicht sein.

Zu den 30 wichtigsten Instituten der Bank gehören unter anderem die Deutsche Bank, die britischen Großbanken HSBC und Barclays, UBS und Credit Suisse aus der Schweiz, BNP Paribas, Crédit Agricole und Sociéte Générale aus Frankreich, RBS (Santander (Spanien), Unicredit (Italien), die amerikanischen Bankriesen JP Morgan Chase, Citigroup , Bank of America, Goldman Sachs, Bank of New York, Morgan Stanley und Wells Fargo sowie vier chinesische Banken. Sie sind so groß, dass bei einer Pleite Staaten in die Bresche springen müssten, damit das Finanzsystem nicht kollabiert. Die größten Lücken gibt es offenbar bei den Großbanken in China.

Was den europaweiten Schutz von Spareinlagen angeht, warnen Deutschlands Privatbanken die Europäische Union vor Schnellschüssen. "Eine gemeinsame Einlagensicherung darf nicht zum falschen Zeitpunkt und unter falschen Voraussetzungen etabliert werden", betonte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Jürgen Fitschen. Es sei keine Lösung, anderen Ländern "quasi über Nacht unbegrenzten Zugriff auf unsere gut gefüllten Töpfe zu erlauben", erklärte der noch bis 2016 amtierende Co-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank.

Quelle: RP
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