Unruhe bei ThyssenKrupp: Großdemo gegen Verkauf von Edelstahlsparte
zuletzt aktualisiert: 24.01.2012 - 09:25Krefeld/Bochum (RP). Die Gewerkschaft IG Metall will am Freitag in Bochum einen Massenprotest gegen den geplanten Mehrheitsverkauf der ThyssenKrupp-Edelstahlsparte an den finnischen Wettbewerber Outokumpu organisieren.
"Wir rechnen mit mehreren Tausend Teilnehmern. Das wird ein Exempel", sagte IG-Metall-Sprecher Marc Schlette. Gestern gab es bereits Warnstreiks in den ThyssenKrupp-Werken Bochum und Krefeld.
NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) machte den Streikenden in Krefeld Mut: "Das wird ein wichtiger Kampf. Nicht nur für die Mitarbeiter von ThyssenKrupp, sondern für die gesamte deutsche Industrie."
Wie unsere Zeitung gestern exklusiv berichtete, will ThyssenKrupp seine unter dem neuen Namen Inoxum gebündelte Edelstahl-Sparte mit 11000 Mitarbeitern in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der finnischen Outokumpu einbringen. Obwohl Inoxum Marktführer ist, will ThyssenKrupp an dem neuen Weltmarktführer nur eine Minderheit halten.
Wie unsere Redaktion am Montag aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, strebt ThyssenKrupp einen Anteil unterhalb der Sperrminorität von 25 Prozent an. Dafür sollen die Finnen einen einstelligen Milliardenbetrag an ThyssenKrupp zahlen und einen Teil der ThyssenKrupp-Schulden übernehmen.
Die 4000 deutschen Inoxum-Mitarbeiter sind in großer Sorge um ihre Arbeitsplätze. In akute Gefahr würde der Deal vor allem jeweils rund 500 Schmelzofen-Arbeitsplätze bei Inoxum in Bochum und in Krefeld bringen.
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