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Schaeffler setzt sich durch: Grünberg gibt Aufsichtsrats-Vorsitz bei Continental ab

zuletzt aktualisiert: 24.01.2009 - 17:50

Hannover (RPO). Der neue Continental-Großaktionär Schaeffler zieht mit vier Mitgliedern in den Aufsichtsrat des Autozulieferers ein und stellt künftig den Vorsitzenden des Kontrollgremiums. Der bisherige Conti-Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg stellt seinen Posten kurzfristig zur Verfügung, bleibt dabei aber Mitglied des Gremiums, wie Continental am Samstag in Hannover mitteilte. An einer Sitzung des Conti-Aufsichtsrates hatten zuvor auch Schaeffler-Vertreter und der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder teilgenommen.
Wirft das Handtuch als Aufsichtsratsvorsitzender der Continental AG: Hubertus von Grünberg.  Foto: ddp, ddp
Wirft das Handtuch als Aufsichtsratsvorsitzender der Continental AG: Hubertus von Grünberg. Foto: ddp, ddp

Schaeffler und Continental verständigten sich bei der Sitzung auf die Grundlinien ihrer künftigen Zusammenarbeit. Conti-Chef Karl-Thomas Neumann erhielt den Auftrag, Konzepte für eine Kooperation zwischen den Automobilsparten beider Konzerne zu erarbeiten. Es sei "das gemeinsame Ziel von Continental und Schaeffler, in Deutschland einen zweiten globalen Champion im Automobilzuliefergeschäft zu schaffen", erklärte das Unternehmen.

Ausgenommen von der Kooperation sind allerdings die in der "Rubber Group" zusammengefassten Gummi- und Reifensparten von Continental. Sie sollen rechtlich und organisatorisch selbstständig werden. Diesen Vorschlag des Conti-Vorstandes habe der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen, erklärte das Unternehmen. Die Ausgründung der Rubber Group zu einer eigenständigen Tochter werde der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende von Grünberg begleiten.

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Nach Angaben des Unternehmens bot der Conti-Aufsichtsrat der Schaeffler Gruppe zudem vier Mandate in dem Gremium an, wie es in der im Sommer zwischen Conti und Schaeffler abgeschlossenen Investorenvereinbarung auch vorgesehen war. Die Schaeffler Gruppe hatte zuletzt mit dem Austausch aller Kapitalvertreter in dem Gremium gedroht, falls Aufsichtsratschef von Grünberg seinen Posten nicht räumen würde.

Als Kandidaten für die vier Schaeffler-Sitze wurden Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler, ihre Sohn Georg Schaeffler, Geschäftsführer Jürgen Geißinger und Rechtsanwalt Rolf Koerfer benannt. Der Aufsichtsrat habe sich auf Koerfer als Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz verständigt, sagte eine Conti-Sprecher. Koerfer hatte Schaeffler bei der Übernahme von Continental beraten. Die vier künftigen Aufsichtsräte nahmen bereits an der Sitzung in Hannover teil.

Lob für gefundenen Kompromiss

Mit dem vereinbarten Kompromiss zeigten sich alle Beteiligten nach der Sitzung zufrieden. Von Grünberg sprach von einer "Lösung im Interesse aller Beteiligten". Er stehe für die Erarbeitung eines Konzeptes für eine selbstständige Rubber Group zur Verfügung.

Maria-Elisabeth Schaeffler äußerte die Überzeugung, "dass Schaeffler und Continental gemeinsam die wirtschaftlichen Herausforderungen erfolgreich meistern und eine große Zukunft haben werden".

Conti-Chef Neumann erklärte, man wolle einen zweiten deutschen Zuliefer-Champion von Weltformat schaffen. Dazu müssten alle an einem Strang ziehen. Auch Ex-Bundeskanzler Schröder, der als Garantor über die Einhaltung der Investoren-Vereinbarung wacht, zeigte sich erfreut, "dass es gelungen ist, beide Seiten zusammen zu bringen".

Quelle: AP

 
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