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Ludwigshafen
Grüne: BASF trickst bei der Steuer

Ludwigshafen. Der Chemiekonzern weist die Vorwürfe zurück, die EU will prüfen.

Der Chemieriese BASF hat einen Bericht über massive Steuertricks als "nicht immer zutreffend" bezeichnet. BASF habe überall auf der Welt die Steuergesetze eingehalten, erklärte das Unternehmen. BASF sei aber natürlich bestrebt, die Steuerlast zu begrenzen, weil Steuern einen Kostenfaktor darstellten. "Im Interesse ihrer Anteilseigner strebt BASF im Rahmen der geltenden Steuergesetze die Reduzierung dieses Kostenfaktors an."

Die Studie im Auftrag der Grünen-Fraktion im Europaparlament kommt zu dem Ergebnis, dass BASF in den vergangenen fünf Jahren 923 Millionen Euro am Fiskus vorbeigeschleust haben soll. Generell haben multinationale Konzerne viel mehr legale Möglichkeiten zur Steuervermeidung als Mittelständler. BASF nutzt laut dem Bericht zum Beispiel, dass Malta eine großzügige Steuerbefreiung auf Dividendenerträge gewähre und die Niederlande Einkünfte aus Lizenzen und Patenten nur mit fünf Prozent besteuerten. Über das holländische Firmennetz gelangten Gewinne, die in der EU erwirtschaftet würden, in Tochtergesellschaften in Puerto Rico und der Schweiz, so der Bericht. Die EU-Kommission kündigte an, den Report im Detail zu analysieren.

Grünen-Experte Sven Giegold hält das für ein "perfides System zur Steuervermeidung". BASF handele ähnlich wie Apple oder Ikea. "Steuerdumping ist kein amerikanisches, sondern ein globales Problem, das normale Steuerzahler ausbaden müssen." Um Steuerflucht in den Griff zu bekommen, müsse die Unternehmensbesteuerung in der EU harmonisiert werden.

(dpa)
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