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Berlin
Grüne: Behörden tun nichts gegen "Mobilfunk-Abzocke"

Berlin. Immer mehr Mobilfunkkunden werden Opfer falscher Handy-Abrechnungen. Allein in diesem Jahr zählte die Bundesnetzagentur knapp 600 Beschwerden wegen unzulässiger Forderungen von Drittanbietern. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die unserer Redaktion vorliegt. "Obwohl die Abzocke durch Drittanbieter über Handy-rechnungen weit verbreitet ist, fehlt ein wirksamer Schutz davor noch immer", kritisiert Nicole Maisch, Verbraucherpolitikerin der Grünen.

Das Verfahren, dessen sich auch Betrüger bedienen, ist legal. So dürfen Drittanbieter, die etwa Abos oder Dienstleistungen über Apps und Werbebanner im Netz anbieten, ihre Forderung an den Kunden über die Rechnung der Mobilfunkanbieter (Telekom, Vodafone, Telefonica etc) abrechnen. Zumindest dann, wenn der Kunde bei seinem Anbieter keine Drittanbietersperre einrichten ließ. Häufig tappen Mobilfunknutzer unwissentlich in Abo-Fallen oder werden für Leistungen belangt, die sie nicht bestellten. Jeder achte Kunde wurde bereits Opfer solcher Tricks, wie eine Studie herausfand - Tendenz steigend.

Die Bundesregierung teilte mit, dass die meisten Beschwerden über Drittanbieter mit Namen wie The Bay Tree Solutions, Entronix Limited oder Sam Media eingingen. Verbraucherpolitikerin Maisch: "Es ist unverständlich, dass die Bundesnetzagentur bisher nicht wirklich aktiv wurde." Sie will Handyanbieter verpflichten, ihre Kunden auf eine eigene Seite umzuleiten, bevor ein Vertrag mit Drittanbietern entsteht. Auch die Koalition plant das, eine Lösung ist aber nicht in Sicht.

(jd)
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