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Berlin
Grüne kritisieren hohe Importe von Steinkohle

Berlin. Die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Bärbel Höhn (Grüne), hat scharfe Kritik an der Praxis der Steinkohleimporte geübt. Deutschland hat im vergangenen Jahr mit 57,5 Millionen Tonnen so viel Steinkohle im Ausland eingekauft wie kein anderes Europäisches Land - drei Viertel davon als Brennmaterial für Kohlekraftwerke.

"Es war richtig, den Steinkohleabbau in Deutschland zu beenden", sagte Höhn unserer Redaktion. Aber nun müsse mit dem Ende des Abbaus insbesondere wegen des Klimaschutzes auch der schrittweise Kohleausstieg einhergehen. "Steinkohleimporte verlagern Probleme nur und schaden dem Klima genauso." Zudem kritisierte sie eine "steigende Abhängigkeit von Autokraten". Die nach Deutschland importierte Kraftwerkskohle stammt zumeist aus Russland, knapp 15 Millionen Tonnen der insgesamt 43 Millionen Tonnen lieferte das Land an die Bundesrepublik. Das geht aus dem Jahresbericht des Vereins der Kohleimporteure hervor, der Anfang August vorgestellt wurde.

Höhn stört sich auch am zweitwichtigsten Lieferanten: "Importe aus Kolumbien sind besonders schlimm, denn dort werden schwere Menschenrechtsverletzungen im Zuge des Bergbaus begangen."

(jd)
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