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Essen
Grüne: Steag bricht mit Müll-Deal Auflagen des Landes

Essen. Die Expansionspläne des fünftgrößten deutschen Stromkonzerns Steag sorgen für neuen Ärger. Die Grünen-Fraktionen in Bochum, Dinslaken, Dortmund, Duisburg, Essen und Oberhausen kritisieren in einer gemeinsamen Erklärung den geplanten Kauf von Müllverbrennungsanlagen durch Steag. Die Stadtwerke dieser klammen Städte sind Eigentümer der Steag.

Danach soll Steag mit der australischen Bank Macquarie ein Gebot für 18 Müllverbrennungsanlagen der Firma "Energy from Waste" abgegeben haben, die früher im Besitz von Eon war und nun dem schwedischen Finanzinvestor EQT gehört. "Besonders alarmierend ist, dass das Investitionsvolumen der Steag mit diesem Geschäft ausgeschöpft und der Konzernumbau in Richtung erneuerbare Energieträger damit gestoppt wird", erklärten die Grünen-Fraktionen. So breche die Steag die Auflagen der Bezirksregierung, unter denen den Stadtwerken einst die Übernahme erlaubt wurde.

Die Fraktionen kritisieren auch das Risiko: "Angesichts der riesigen Überkapazitäten bei Müllverbrennungsanlagen halten wir den Kauf der 18 Anlagen für wirtschaftlich sehr riskant." Zugleich werfen sie der Steag Intransparenz vor: Erst informiere sie kaum über das Angebot für die Vattenfall-Braunkohle. "Nun werden die Räte schon wieder vor vollendete Tatsachen gestellt." Das sei unverantwortlich.

(anh)
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