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Düsseldorf
Gut geschützt im Urlaub

Düsseldorf. Rücktritt, Abbruch, Krankheit, Gepäck - für die Reise gibt es viele Versicherungen. Nicht alle sind jedoch für Verbraucher notwendig. Von Laura Ihme

Wer möchte, kann sich für jeden anzunehmenden Ernstfall im Urlaub wappnen: Ob Unfall, Gepäckdiebstahl oder Abbruch wegen eines Wasserschadens in der Heimat - für all diese Fälle können Reisende Versicherungen abschließen, die Kosten tragen und Schäden bezahlen. Nicht alle dieser Versicherungen machen jedoch für Verbraucher gleich viel Sinn. Ein Überblick.

Reiserücktrittsversicherung Ein geliebter Mensch stirbt kurz vor der Abreise, die Wohnung steht unter Wasser oder man muss wegen einer Blinddarmentzündung ins Krankenhaus - wann immer man kurzfristig eine Urlaubsreise nicht antreten kann, greift die Reiserücktrittsversicherung. Sie kann noch bis zu 30 Tage vor dem Urlaub abgeschlossen werden und erstattet die Kosten für Flüge und Unterkunft, wenn die Reise abgesagt werden muss. "Diese Versicherung lohnt sich vor allem für Frühbucher sowie für Familien mit Kindern und Senioren", sagt Eugenie Kowalski von der Zeitschrift "Finanztest". Diese hat vor Kurzem 128 Angebote für Reiseversicherungen unter die Lupe genommen. Urteil: Viele Versicherungen sind gut, keine erhielt jedoch ein "Sehr gut". Grund war, dass die Versicherungen oft sperrige Klauseln enthalten: So ist etwa die Frage, ob eine schwere Erkrankung tatsächlich "unerwartbar" war, oft Auslegungssache - auf Kosten der Versicherten, die dann leer ausgehen.

"Wenn ich aber tatsächlich das Geld nicht wiederbekomme, ist das zwar ärgerlich, aber es treibt mich nicht in den finanziellen Ruin", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten, der für die Rechte von Verbrauchern eintritt. Diese Überlegung rät sie jedem vor dem Abschluss einer Versicherung: Welchen Schaden bringt ein Nicht-Abschluss im schlimmsten Fall? Lohnt sich der Abschluss dann?

Reiseabbruchversicherung Falls die Wohnung erst dann unter Wasser steht, wenn man bereits im Urlaub angekommen ist, ist das ein Fall für die Reiseabbruchversicherung. Sie bezahlt den früheren Rückflug und erstattet die bereits geleisteten Kosten für die Unterkunft, die dann ja nicht mehr genutzt wird. Die Versicherung ist oft bereits in der Reise-rücktrittsversicherung mitenthalten. Gemeinsam werden sie dann auch vom Reisebüro mit der Reise selbst verkauft. Von solchen Deals raten Experten jedoch ab: "Meist braucht man gar nicht alle Leistungen in diesen Paketen vom Reisebüro und kommt beim eigenen Preisvergleich günstiger weg", erklärt Eugenie Kowalski.

Auslandskrankenversicherung Sie ist wohl die wichtigste Versicherung für den Urlaub. Denn wenn man auf Reisen erkrankt oder einen schweren Unfall hat, übernimmt sie nicht nur die Arzt- und Krankenhauskosten, sondern wenn nötig auch den Rücktransport in die Heimat. Im europäischen Ausland zahlt zwar auch die gesetzliche Krankenkasse Arztbehandlungen, das jedoch nur eingeschränkt, der Transport zurück nach Hause wird beispielsweise nicht übernommen. "Das kann dann in die Zehntausende gehen, wenn man Rücktransport und Behandlung selbst zahlen muss", sagt Bianca Boss.

Verglichen mit solchen Horrorszenarien sind die Beiträge, die für die Krankenversicherung im Ausland gezahlt werden müssen, relativ gering: Viele Angebote sind bereits für zehn Euro Jahresbeitrag zu haben und versichern dann Urlaube in einer Länge bis zu acht Wochen. Wer über 60 ist, sollte vor Vertragsabschluss jedoch genau hinschauen: Ab diesem Alter werden Verträge meist teurer, auch hier ist somit ein Anbietervergleich lohnenswert.

Gepäckversicherung Sie ist die wohl umstrittenste Reiseversicherung: In der Theorie sollte sie den Schaden, wenn einem das Gepäck auf dem Weg oder im Hotel gestohlen wird sowie bei Beschädigung, bezahlen. Das tut die Gepäckversicherung jedoch meist nur mit zahlreichen Auflagen: Wird der Koffer etwa am Flughafen gestohlen, muss der Versicherte beweisen, dass er auf sein Gepäck aufgepasst hat - oft sieht der Versicherer das aber anders. Wertgegenstände wie Schmuck und Kamera sind nur unzureichend abgedeckt. "Wir raten deshalb ganz klar von dieser Versicherung ab", sagt Boss. Geschützt ist das Gepäck zudem auch ohne Versicherung: Diebstähle im Hotel deckt die Hausratsversicherung ab, verlieren Airlines oder die Bahn ein Gepäckstück, kommen sie großteils dafür auf.

Quelle: RP
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