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Hannover
Hannover Messe will für TTIP werben

Hannover. Bei der Industriemesse werden 5000 Aussteller aus 70 Ländern erwartet.

Die weltgrößte Industrieschau Hannover Messe mit ihrem diesjährigen Partnerland USA will für einen Durchbruch beim umstrittenen transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP werben. "Wir teilen die Meinung der deutschen Industrieverbände, dass TTIP dem Maschinenbau und der Elektroindustrie auf beiden Seiten des Atlantiks mehr Wachstum und Arbeitsplätze bringen kann", sagte Messevorstand Jochen Köckler rund drei Monate vor dem Start der Messe (25. bis 29. April). Zu ihr werden US-Präsident Barack Obama und auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erwartet.

TTIP ist umstritten. Kritiker fürchten etwa eine Aufweichung von Verbraucherrecht zugunsten von Geschäftschancen. Mit dem geplanten Freihandelsabkommen Tansatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP) wollen die EU und die USA die weltgrößte Freihandelszone mit 800 Millionen Menschen schaffen. Mit dem Wegfall von Zöllen und anderen Handelshemmnissen soll auf beiden Seiten des Atlantiks mehr Wachstum entstehen. Verbraucher- und Umweltschützer fürchten jedoch, dass europäische Standards gesenkt werden könnten.

US-Botschafter John Emerson betonte, auch wenn die Gespräche schwierig gewesen seien, sei die Wahl pro TTIP ökonomisch und strategisch klar. Das Abkommen schaffe kurzfristig Jobs und langfristig Wachstumsperspektiven.

Die Messe hat sich mit dem Leitthema "Integrated Industry - Discover Solutions" der vernetzten Industrie verschrieben. Messechef Köckler kündigte für die fünftägige Schau mit 5000 Ausstellern aus 70 Ländern viele Anwendungsbeispiele an. Dazu gehört die vorausschauende Wartung, bei der Maschinen selber auf Anomalitäten hinweisen, aber auch die industrielle Anwendung von Robotern. "Der Roboter wird Kollege des Menschen werden", so Köckler.

Bei der digitalen Vernetzung von Produktionsanlagen und Energiesystemen gilt der Industriegigant USA weltweit als einer der Trendsetter. Präsident Obama treibt seit Jahren als Vorzeigeprojekt die "Renaissance der Produktion" voran. Die klassische US-Industrie soll wieder wachsen, gepaart mit digitaler Stärke. Die großen Digitalhhäuser der Welt sitzen in den USA - Microsoft, Cisco und Apple. In Europa spielt in dieser Liga nur die deutsche SAP mit, der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware.

(dpa)
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