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Düsseldorf
Henkel erzielt 2015 Rekordgewinn

Düsseldorf. Die Prognose für 2016 enttäuscht. Die Aktie fällt und ist Tagesverlierer.

An sich sollte die gestrige Vorstellung der Jahreszahlen von Henkel ein Fest werden: "Umsatz ist Rekord, Ebit ist Rekord, Ebit-Marge ist Rekord, Dividende ist Rekord", sagte der Ende April ausscheidende Vorstandschef Kasper Rosted. Und tatsächlich steht der Düsseldorfer Dax-Konzern wirtschaftlich sehr stabil da: Statt des einstigen Schuldenberges in Höhe von vier Milliarden Euro liegen nun 340 Millionen Euro auf der Bank - Zukäufe bis hin zu fünf Milliarden Euro wären also jederzeit möglich.

Der Umsatz liegt mit 18,1 Milliarden Euro fast ein Drittel höher im Vergleich zu Rorsteds Antritt 2008. Die Dividende auf die Vorzugsaktie hat sich von 53 Cent auf 1,47 Euro praktisch verdreifacht. Und die von Rorsted als entscheidend beschriebene operative Marge (Ebit) hat sich auch hervorragend entwickelt: 2008 lag sie bei zehn Prozent des Umsatzes, vergangenes Jahr blieben 16,2 Prozent des Umsatzes als operativer Gewinn in der Kasse über.

Trotzdem sackte die Aktie gestern in einem freundlichen Markt um fast ein Prozent ab und war schlechtester Wert unter den 30 wichtigsten Aktiengesellschaften Deutschlands (Dax 30). Denn der Ausblick für 2016 war vorsichtig, Die Ebit-Marge werde wohl nur auf 16,5 Prozent steigen - also nur 0,3 Prozentpunkte mehr als vergangenes Jahr. Der Umsatzanteil in Schwellenländern werde nur "leicht" steigen. Und der Gesamtumsatz werde nur zwei bis vier Prozent zulegen. Das gilt natürlich nur, sofern der künftige Vorstandschef Hans van Bylen nicht überraschend doch neue Akquisitionsziele findet, mit denen Henkel dann das eigentliche Umsatzziel von 20 Milliarden Euro für 2016 doch noch erreichen würde.

Trotz des aktuellen kleinen Rückschlages an der Börse hat aber gerade hier Rorsted den größten Erfolg errungen: Der Konzern ist aktuell rund 38 Milliarden Euro wert, bei seinem Amtsantritt waren es "nur" zwölf Milliarden Euro. Dieser Unterschied bedeutet, dass die Henkel-Familie als wichtigster Aktionär mindestens zehn Milliarden Euro wohlhabender geworden ist.

Aus Kundensicht hat der Däne eine ganz andere Spur hinterlassen: 2008 hatte der Konzern rund 1000 Marken, aktuell sind es nur noch rund 250 Marken wie Persil bei Waschmitteln, Pritt und Loctite bei Klebstoffen sowie Schwarzkopf bei Haarpflege. Diese Konzentration bedeutet aber nicht, dass es weniger Produkte gibt. Umgekehrt: Unter einer Marke bewirbt Henkel eine Reihe verwandter Angebote.

(rky)
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