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Berlin
Hessische Minister schlagen "Deutschland-Rente" vor

Berlin. Geht es nach Schwarz-Grün in Hessen, soll es bundesweit ein einfaches, sicheres und günstiges System der zusätzlichen Altersvorsorge geben. In einem Gastbeitrag für die "FAZ" haben der grüne Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, Sozialminister Stefan Grüttner und Finanzminister Thomas Schäfer (beide CDU) die "Deutschland-Rente" als ein Standardprodukt zur privaten Vorsorge vorgeschlagen. Demnach sollen Arbeitgeber neue Beiträge an die Rentenversicherung abführen, ein Deutschlandfonds solle das Geld breit streuen, "mit einem höheren Aktienanteil als viele derzeitige Altersvorsorgeprodukte".

Im Bund stoßen die Minister auf geteiltes Echo. Carsten Linnemann, Chef der Mittelstandsvereinigung der CDU, begrüßt den Vorstoß und will ihn prüfen. Ähnlich äußerte sich Karl-Josef Laumann, Chef der christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft. Die Riester-Rente sei für viele nicht mehr attraktiv. In der SPD gibt man sich hingegen kritisch. Sozialausschuss-Chefin Kerstin Griese sagte, der Vorschlag sei intransparent und würde das bestehende Rentensystem noch verkomplizieren. Walter Riester, Ex-Sozialminister und Erfinder der Zusatzrente, begrüßte den Vorschlag. Der sei aber kaum neu. Zudem bleibe auch mit dem Modell ein Kernproblem bestehen: "Die Menschen tun zu wenig für die private Altersvorsorge und ohne eine Verpflichtung wird das auch so bleiben", sagte Riester unserer Redaktion.

(jd)
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