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Integrierte Versorgung
Hohe Kosten durch Ärzte-Verträge

Berlin. Ausgaben für integrierte Versorgung steigen um 700 Prozent auf 1,7 Milliarden.

Immer mehr Kassenpatienten in Deutschland werden in Programmen und über spezielle Verträge behandelt, in denen Hausärzte, Fachärzte, Kliniken und Therapeuten zusammenarbeiten. Eine solche Zusammenarbeit ist seit Jahren Ziel der Gesundheitspolitik. Allerdings gehen insbesondere im Bereich der sogenannten integrierten oder besonderen Versorgung auch die Kosten durch die Decke.

Die Ausgaben für die integrierte Versorgung, bei der Krankenkassen selektive Verträge mit bestimmten Arztgruppen und anderen Anbietern im Gesundheitswesen abschließen, sind zwischen 2005 und 2015 um 700 Prozent von 238 Millionen Euro auf heute rund 1,7 Milliarden Euro gestiegen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Die Linken-Abgeordnete Birgit Wöllert kritisiert: "Da die Selektivverträge mit Kostenträgern und Leistungserbringern als Wettbewerbsmodelle konzipiert sind, gibt es über sie auch keine Transparenz – von einer unabhängigen Evaluation zum Nachweis für den Patientennutzen ganz zu schweigen." Die Bundesregierung räumt in ihrer Antwort ein, dass ihr keine "validen statistischen Angaben über das Vertragsgeschehen" vorlägen.

Besser beziffern kann die Regierung die Teilnehmer an strukturierten Behandlungsprogrammen, die beispielsweise Diabetikern, Herz- und Lungenkranken sowie Brustkrebspatientinnen zur Verfügung stehen. Aktuell nehmen 6,7 Millionen Versicherte an diesen Programmen teil.

(mar/qua)
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