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Frankfurt
HSBC Trinkaus braucht mehr Kapital für Wachstum

Frankfurt. Das Düsseldorfer Bankhaus HSBC Deutschland braucht für den eigenen Expansionskurs wohl mehr Kapital. "Wir wollen weiter wachsen, und dazu brauchen wir auch weiteres Kapital", sagte Vorstandssprecherin Carola Gräfin von Schmettow im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Über eine Kapitalerhöhung sei in den Gremien der Bank noch nicht entschieden, erklärte die Managerin. Aber "ich bin zuversichtlich", so von Schmettow. Die Eigenkapitalquote ist zum 30. Juni auf weniger als zehn Prozent gesunken, genauer gesagt auf 9,4 Prozent. Das ist auf Dauer zu wenig für die Bankenaufsicht.

Die Düsseldorfer wachsen als Teil der global tätigen britischen Großbank HSBC. Das funktioniere gut, sagt von Schmettow. So seien die Strukturierung und Finanzierung des Angebots von ChemChina für die Schweizer Syngenta in Düsseldorf erdacht worden. Und auch im Bankenkonsortium, das die Übernahme von Monsanto durch Bayer begleitet, sei die Düsseldorfer HSBC die einzige deutsche Bank gewesen, so die Bankerin.

Die relativ kleine Bilanzsumme von gut 25 Milliarden Euro begrenze die Geschäftsmöglichkeiten nicht: "Die großen Deals kommen auf die Londoner Bilanz." Nach Bilanzsumme gehöre HSBC Deutschland nur zu den 50 größten Instituten hierzulande, gemessen an den Provisionserlösen aber zu den ersten zehn in der Branche.

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beurteilt die Trinkaus-Chefin nicht so vernichtend wie andere Branchenkollegen. Die EZB genieße hohes Vertrauen, weil sie sich an ihrem Inflationsziel orientiere. Aber die Geldpolitik werde immer weniger effektiv. Die Regierungen dürften die EZB nicht alleinlassen, müssten Reformen anstoßen. Sie sorgt sich wegen der langfristigen Folgen der Geldpolitik. "Wie wollen Sie Kindern heute den Sinn des Sparens erklären, wenn sich Sparen nicht lohnt?", fragte sie. d Die Zinsen dürften noch für lange Zeit niedrig bleiben, prognostiziert von Schmnettow.

(mib)
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