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Berlin
ICE-Strecke: Niedersachsen macht Druck auf die Bahn

Berlin. Die kurzfristig angekündigte Totalsperrung der Bahn-Schnellfahrstrecke Hannover-Kassel in drei Wochen soll nach dem Willen Niedersachsens verschoben werden. Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) will darüber mit Bahnchef Rüdiger Grube sprechen. Auf der wichtigen ICE-Strecke müssen vom 23. April bis 8. Mai wegen Bauarbeiten täglich 160 Züge umgeleitet werden, wie ein Konzernsprecher sagte. Betroffen davon wären auch Besucher der Industrieschau Hannover Messe (24.-29. April).

Die Bahn hatte die Arbeiten am Donnerstagabend kurzfristig angekündigt. Die Strecke werde gesperrt, um Schotter im Gleisbett auszutauschen. Zehntausende Fahrgäste sind betroffen. Es wird im Fernverkehr neben einzelnen Ausfällen Umleitungen mit bis zu einer Stunde längerer Fahrtzeit geben, wie die Bahn mitteilte. Auch Nahverkehr und Güterzüge sind betroffen. Nach Bahn-Angaben war das Ausmaß der Schotter-Probleme Anfang Februar noch nicht bekannt, als der Konzern das Bauprogramm für 2016 vorstellte.

Das Bundesverkehrsministerium betonte, Aufgabe der Bahn sei es, die Bauarbeiten zügig durchzuführen und die Beeinträchtigungen für Kunden so gering wie möglich zu halten. Darüber, dass eine Sicherheitsgefährdung entlang der Strecke bestehen könne, habe er keine Informationen, sagte ein Sprecher.

Ein Sprecher des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums nannte den Zeitpunkt der Sperrung "mehr als unglücklich". Die Deutsche Messe wies auf enormen Unmut unter den Ausstellern hin. Bei der Hannover Messe reisen viele ausländische Besucher und Aussteller über das Luftverkehrs-Drehkreuz Frankfurt/Main und nehmen dort den Zug. Es sind auch mehrere Demonstrationen mit bis zu 30.000 Teilnehmern angemeldet. Die Händel-Festspiele in Göttingen (5.-13. Mai) fürchten, zahlreiche Gäste zu verlieren.

(dpa)
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