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München
Ifo-Chef Sinn fordert Erhalt des 500-Euro-Scheins

München. An seinem letzten Arbeitstag vor dem Ruhestand hat sich Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn noch einmal zu Wort gemeldet. Der Wirtschaftsprofessor sprach sich gegen die Abschaffung der 500-Euro-Scheine, eine Obergrenze für Barzahlungen und Negativzinsen aus. "Die Europäische Zentralbank (EZB) will den Banken die Möglichkeit nehmen, Bargeld zu horten, um sie zu zwingen, negative Einlagenzinsen zu zahlen. Gelingt das, werden Sparer vermutlich auch auf ihre Einlagen irgendwann Strafzinsen zahlen", sagte Sinn gestern in München.

Mit Abschaffung des 500-Euro-Scheins werde es für die Banken teurer, Geldscheine zu horten. Damit könne die EZB höhere Negativzinsen für eingelagertes Bargeld kassieren. "Wenn dadurch das gesamte Zinsspektrum entsprechend nach unten rutscht, verliert Deutschland jährlich weitere acht Milliarden Euro Einnahmen", warnte Sinn.

Nach mehr als 17 Jahren an der Spitze des Instituts für Wirtschaftsforschung geht der streitbare Professor in den Ruhestand. Der Mannheimer Wirtschaftsprofessor Clemens Fuest tritt heute seine Nachfolge an. Er war bislang Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Fuests offizielle Amtseinführung erfolgt bei der Ifo-Jahresversammlung am 28. April.

(dpa)
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