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Düsseldorf
4,6 Prozent mehr Lohn am Bau

Düsseldorf. In zwei Schritten sollen die Gehälter der Beschäftigten steigen.

Der Trend zu langlaufenden Tarifverträgen setzt sich fort: Nach dem öffentlichen Dienst und der Metall- und Elektroindustrie einigte sich auch die Bauwirtschaft auf einen sogenannten Langläufer. Wie die IG Bauen Agrar Umwelt (IG Bau) gestern mitteilte, steigen die Gehälter in Westdeutschland rückwirkend zum 1. Mai um 2,4 Prozent, im Mai 2017 werden sie noch einmal um 2,2 Prozent angehoben. Die Azubis bekommen je nach Ausbildungsjahr Steigerungen zwischen 2,33 und knapp elf Prozent. Vor allem im ersten Ausbildungsjahr steigen die Löhne deutlich von derzeit 708 auf 785 Euro ab Juni 2017. Außerdem setzte die IG Bau den seit Jahren geforderten Angleich der Ost-Löhne an das West-Niveau fort. In Ostdeutschland beträgt das Lohnplus 5,3 Prozent in zwei Schritten.

Zudem einigten sich die Tarifparteien auf Verbesserungen für die Beschäftigten bei weit vom Firmensitz entfernten Baustellen. Demnach stellt und bezahlt künftig der Arbeitgeber die Übernachtung. Zudem zahlt er eine Verpflegungspauschale zwischen 24 und 28 Euro pro Arbeitstag.

"Das Ergebnis ist ein Kompromiss, mit dem es sich keine Seite leicht gemacht hat. Die Verhandlungen standen mehrfach vor dem Scheitern", sagte IG-Bau-Vize Dietmar Schäfers nach den 14-stündigen Verhandlungen. Der Abschluss gehe an die Grenze dessen, was die Kollegen gerade noch mittragen könnten. Erwartbar klang das bei den Arbeitgebern so: "Mit dem Abschluss sind wir der Gewerkschaft weit entgegen gekommen. Unsere Mitarbeiter erhalten aufgrund der niedrigen Inflationsrate eine deutliche Reallohnsteigerung und einen angemessenen Anteil an der Branchenentwicklung", hieß es beim Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie.

(maxi)
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