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Düsseldorf
IG Metall startet massive Warnstreiks

Düsseldorf. Zuvor hatten die Arbeitgeber ihr Angebot auf 2,1 Prozent aufgestockt. Von Maximilian Plück

Den Zorn der Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie kann Metall-NRW-Präsident Arndt Kirchhoff seit heute Nacht 0 Uhr vor den eigenen Werkstoren besichtigen. Denn die IG Metall hat an mehr als 60 Standorten in NRW zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen - etwa im Daimler-Werk Düsseldorf, im Kölner Ford-Werk, bei Alu Norf in Neuss, beim Kabelproduzenten Nexans in Gladbach und eben an Kirchhoffs Standorten in Iserlohn und Attendorn.

Warnstreiks gehören zur Tariffolklore einer Runde in Deutschlands größter Branche dazu. Doch in diesem Jahr sind die Akteure allesamt viel gereizter als sonst: die Arbeitgeber, weil sie nach eigenen Angaben immer noch daran zu knabbern haben, dass sie in der letzten Runde 3,4 Prozent akzeptierten; die Arbeitnehmer, weil sie sich durch das in der ersten Runde vorgelegte "niedrigste Angebot in der Geschichte der IG Metall" in Höhe von 0,9 Prozent plus einer Einmalzahlung in Höhe von 0,3 Prozent provoziert fühlten.

Die Arbeitgeber hatten gestern in Neuss zwar noch einmal draufgesattelt und bieten nunmehr 2,1 Prozent in zwei Stufen für 24 Monate und eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent für zwölf Monate. Doch auch das reicht der Gewerkschaft nicht aus. Sie verlangt fünf Prozent für zwölf Monate.

"Die Arbeitgeber verharren nach wie vor im Angebotskeller. Vor zwei Wochen mussten wir die Lupe herausholen, um das Angebot zu erkennen. Jetzt müssen wir sie rausholen, um in diesem zweiten Angebot eine Verbesserung zu sehen", sagte der IG-Metall-Bezirksleiter von NRW, Knut Giesler.

Arbeitgebervertreter Kirchhoff kritisierte die Warnstreiks: "Kluge Lösungen werden am Verhandlungstisch vereinbart und nicht auf der Straße." Er forderte die IG Metall dazu auf, die Erwartungshaltung der Beschäftigten zu dämpfen und nicht in falsche Bahnen zu lenken. Der anhaltende Trend niedriger gesamtwirtschaftlicher Produktivitätsraten und minimaler Inflation erfordere ein Umdenken in der Lohnfindung. Öffne sich die Schere zwischen Lohnkosten und Produktivität noch weiter, werde dies Folgen für die Beschäftigung haben.

Quelle: RP
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