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Washington/Detroit
Im VW-Skandal hat der erste Ingenieur gestanden

Washington/Detroit. Ein langjähriger VW-Mitarbeiter hat sich im Dieselskandal schuldig bekannt und will den US-Behörden bei der Aufklärung helfen. Das teilte das US-Justizministerium mit. Der 62-jährige Angeklagte aus Kalifornien gab vor einem Bezirksgericht in Detroit zu, am Konzernsitz in Wolfsburg und später in den USA Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen zu sein. Ziel sei die Entwicklung spezieller Software zur Manipulation von Emissionstests gewesen, mit der in den USA Behörden und Kunden getäuscht worden seien.

Damit hat der Skandal um manipulierte Abgaswerte erstmals persönliche strafrechtliche Konsequenzen für einen Verantwortlichen in den USA. Sein Mandant sei bei Gericht erschienen, um "Verantwortung für seine Taten zu übernehmen", sagte sein Anwalt Daniel Nixon. "Er ist einer von vielen, die bei Volkswagen in den Emissionsskandal verwickelt sind, und er bereut sehr, was geschehen ist." Gegen den Mann war am 1. Juni Strafanzeige wegen Betrugs und Verstößen gegen Umweltgesetze gestellt worden. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft und 250.000 Dollar (mehr als 220.000 Euro) Geldstrafe. Je nachdem, in welchem Umfang er bei der Aufklärung des Falls mithilft, könnte das Strafmaß abgemildert werden. Das Urteil will der zuständige Richter am 11. Januar sprechen.

Der Ingenieur ist den Gerichtsunterlagen nach von 1983 bis Mai 2008 bei VW in Wolfsburg angestellt gewesen. Danach habe er in den USA bei der Einführung der unter dem Slogan "Clean Diesel" vermarkteten Fahrzeuge mit illegaler Abgastechnik geholfen. Im VW-Testlabor in Oxnard, Kalifornien, habe er bis zur Anklage einen gehobenen Posten bekleidet. Laut Anwalt ist der Mann noch immer bei VW angestellt.

(dpa)
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