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Düsseldorf
Immobilien in NRW werden noch teurer

Düsseldorf. Der Gutachterausschuss legt den neuen Grundstücksmarktbericht vor. Wohnen in Düsseldorf bleibt landesweit am teuersten.

Wohnen ist in NRW erneut kostspieliger geworden. Im vergangenen Jahr verteuerten sich Ein- und Zweifamilienhäuser im Schnitt um vier Prozent, Eigentumswohnungen um drei Prozent und unbebaute Grundstücke um rund zwei Prozent. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht hervor, den NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) gestern vorstellte.

Weil die Eigentümer steigende Kaufpreise zeitverzögert weitergeben, sind von der Entwicklung indirekt auch Mieter betroffen. "Die Menschen zieht es in die Metropolen", sagte Jäger. Rund um Köln, Düsseldorf und Münster sei das Wohnen inzwischen deutlich teurer als in den ländlichen Regionen wie etwa in der Eifel oder dem Sauerland.

Düsseldorf, Köln, Münster und Bonn liegen mit durchschnittlichen Baulandpreisen von bis zu 600 Euro pro Quadratmeter an der Spitze. Damit bestätigt die Untersuchung des Oberen Gutachterausschusses einen seit Jahren stabilen Trend, den immer wieder auch andere Gutachter in einschlägigen Immobilienpreis-Untersuchungen feststellen. So zuletzt zum Beispiel der Immobilienatlas der LEG.

Auch bei Eigentumswohnungen ist Düsseldorf am teuersten. Erstkäufer zahlen hier im Schnitt 3890 Euro pro Quadratmeter. Reihenendhäuser oder Doppelhaushälften kosten in der Region Düsseldorf im Schnitt über ein Drittel mehr als etwa in Ostwestfalen-Lippe.

Der Obere Gutachterausschuss untersucht einmal jährlich alle Grundstücksgeschäfte des vergangenen Jahres. Im Schnitt stiegen die Preise für Wohneigentum im vergangenen Jahr erneut um drei Prozent. Im Jahr 2014 wurden 50.234 (plus sieben Prozent) Ein- und Zweifamilienhäuser für insgesamt 11,09 Milliarden Euro (plus 13 Prozent) verkauft. Über Wohnungseigentum wurden 55.551 (plus fünf Prozent) Kaufverträge mit einem Umsatz von acht Milliarden Euro (plus acht Prozent) geschlossen.

Eine der stärksten Entwicklungen ist bei den Grundstücken für den Geschosswohnungsbau zu beobachten. Für die 980 verkauften Grundstücke sind 469 Millionen Euro ausgegeben worden. Gegenüber 2013 ist die Zahl der Verkäufe um 17 Prozent angestiegen, der Umsatz nahm dabei um 15 Prozent zu.

Bei den Gewerbe- und Industrieobjekten wurden im Vergleich zum Vorjahr zehn Prozent mehr Objekte verkauft bei einem Umsatzplus von neun Prozent. Für Reihenendhäuser oder Doppelhaushälften werden bei einem Erstbezug in den Regionen Düsseldorf durchschnittlich 387.000 Euro und in Köln 319.000 Euro gezahlt. In den Städten selbst sind Preise noch höher. In den übrigen Regionen wurden im Mittel die folgenden Preise ausgehandelt: Eifel 300.000 Euro, Bergisch/Märkische Städteregion 290.000 Euro, Bonn 285.000 Euro, Ruhrgebiet 279.000 Euro, Niederrhein 275.000 Euro, Münsterland 250.000 Euro und Ostwestfalen/Lippe 241.000 Euro. Erstbezugsfertige Reihenmittelhäuser sind meist etwas preisgünstiger. Sie kosten in der Region Düsseldorf durchschnittlich 300.000 Euro und in der Region Köln 284.000 Euro.

Mit den gestiegenen Preisen für Häuser, Wohnungen und Bauland wird die Unterbringung von Flüchtlingen in NRW nicht leichter. Experten rechnen damit, dass der Flüchtlingszustrom nach NRW mittelfristig zu Engpässen und damit zu steigenden Preisen in den unteren Preissegmenten des freien Wohnungsmarktes führt, wenn die Flüchtlinge ihre provisorischen Unterbringungen verlassen und länger in Deutschland bleiben. Während das NRW-Umweltministerium den Bau von Holzhäusern zur provisorischen Unterbringung vorantreibt, will die NRW-Wohnungswirtschaft über eine neue Leerstands-Datenbank bis zu 100.000 derzeit nicht genutzte Immobilien zur Unterbringung von Flüchtlingen organisieren. Der Neubau von Sozialwohnungen dauert - selbst wenn fertig erschlossene Grundstücke vorliegen - etwa zwei Jahre. Seit Jahresbeginn sind 201.000 Flüchtlinge angekommen, von denen 71.000 das Land wieder verlassen haben.

(tor)
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