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Lehrstellenmarkt
In NRW fehlen 25.000 Ausbildungsplätze

In NRW fehlen mehr als 25.000 Ausbildungsplätze
In NRW sind mehr als 35.600 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz. FOTO: dpa, cdt sab pil fgj
Düsseldorf . In Nordrhein-Westfalen gibt es zu viele Bewerber auf zu wenige Lehrstellen. Insgesamt fehlen zu Beginn des des Ausbildungsjahres mehr als 25.000 Plätze. Doch es gibt auch Betriebe, deren freie Stellen unbesetzt bleiben.  

Auf rund 102.300 gemeldete Angebote kommen mehr als 127.500 Bewerber, wie Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom Juli zeigen. Unversorgt sind demnach immer noch mehr als 35.600 junge Menschen. Das Ausbildungsjahr beginnt am 1. August. In NRW geht es zum Teil aber auch erst Anfang September nach dem Ende der Sommerferien los.

Zugleich suchen in NRW auch viele Betriebe noch Auszubildende: Nach Angaben der Regionaldirektion sind etwa 32.700 Stellen weiter unbesetzt, etwa als Verkäufer oder als Kaufmann im Einzelhandel. Auch Fachverkäufer in Bäckereien werden händeringend gesucht.

Die Mehrzahl der männlichen Bewerber, die noch ohne Platz ist, strebt den Angaben zufolge eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker an. Frauen suchen demnach eher nach einer Praxis, um sich zur Medizinischen Fachangestellten ausbilden zu lassen.

Regionale Unterschiede des Lehrstellenmarkts 

Insgesamt leidet der Lehrstellenmarkt in NRW laut BA weiterhin unter einer regionalen Unausgewogenheit. Während junge Leute im Ruhrgebiet große Probleme haben, im Bereich der Metallverarbeitung unterzukommen, gibt es im Münsterland und in Südwestfalen genügend freie Plätze. Wer Florist werden möchte, hat eher im Bergischen Land oder Südwestfalen Chancen als im Münsterland oder Rheinland.

Auch bundesweit gesehen, gibt es große Unterschiede bei den Angeboten. Schwierig ist nach Bundesagentur-Zahlen etwa die Situation in Berlin: Dort hatten sich bis Ende Juli knapp 18.400 Jugendliche um eine Lehrstelle beworben, es gab aber nur gut 15.000 Lehrstellen im Angebot.

In Bayern sind Zehntausende Lehrstellen frei 

Dagegen könnten in Bayern, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg in diesem Jahr Lehrstellen unbesetzt bleiben. Allein in Bayern standen zuletzt knapp 100.000 Lehrstellen lediglich 77.000 Interessenten gegenüber. In Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern lag das Bewerber-Verhältnis je bei 100:83, im Saarland bei 100:85. 

Da sich aber nicht alle Bewerber bei der Arbeitsagentur beraten lassen und daher nicht erfasst werden, liegt die tatsächliche Zahl der Bewerber womöglich etwas höher, räumt die Bundesagentur ein.

(beaw/lnw/dpa)
 
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