Sprit und Strom immer teuer: Inflation so hoch wie seit 2008 nicht mehr
zuletzt aktualisiert: 11.02.2011 - 16:36Wiesbaden (RPO). Das Leben in Deutschland war im Januar so teuer wie seit zwei Jahren nicht mehr. Ursache dafür sind vorallem steigende Preise für Sprit und Strom. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.
Damit überstieg die Inflation erstmals seit der Wirtschaftskrise wieder den Wert, bis zu dem die Europäische Zentralbank (EZB) von Preisstabilität spricht.
Die Behörde korrigierte ihre vorläufigen Berechnung von Ende Januar um 0,1 Prozentpunkte nach oben. Im Dezember hatte die Jahresteuerung 1,7 Prozent und im November 1,5 Prozent betragen.
Einen höheren Anstieg der Verbraucherpreise als im Januar 2011 maßen die Statistiker zuletzt im Oktober 2008, die Jahresinflation betrug damals 2,4 Prozent. Wenn sich die Energiepreise nicht so stark erhöht hätten, wäre auch die durchschnittliche Jahresteuerung im Januar nicht so hoch ausgefallen. Ohne Berücksichtigung von Kraftstoffen, Strom- und Heizkosten wären die Verbraucherpreise binnen eines Jahres nur um 1,1 Prozent gestiegen. Denn die Energiepreise trieben mit einer Steigerung um 8,6 Prozent den gesamten Index in die Höhe.
Die Spritpreise zogen mit 9,9 Prozent besonders stark an: Diesel war 13,6 Prozent teurer, Superbenzin 8,7 Prozent. Haushaltsenergie verteuerte sich im Vergleich zum Januar 2010 um 7,8 Prozent, wie das Statistikamt mitteilte. Der Preis für leichtes Heizöl schoss um 25,5 Prozent nach oben. Beim Strom machten sich besonders die Erhöhungen der Versorger zum Januar bemerkbar: Seit Dezember stiegen die Preise um 5 Prozent, binnen Jahresfrist um 7,2 Prozent. Gas wurde 3,3 Prozent teurer.
Obst und Gemüse als Preistreiber
Auch die Preise für Lebensmittel stiegen demnach mit 2,8 Prozent überdurchschnittlich stark. Erheblich teurer waren Gemüse (plus 8 Prozent) und Obst (plus 6,3 Prozent). Auch bei Fisch und Fischwaren mussten die Verbraucher mit 4,3 Prozent eine erhebliche Verteuerung hinnehmen. Fruchtsäfte waren gar um 9 Prozent teurer und Kaffee um 6 Prozent.
Ganz anders entwickelten sich langlebige Gebrauchsgüter, die laut der Statistiker im Schnitt um 0,4 Prozent billiger waren als zwölf Monate zuvor. Foto- und Filmausrüstungen waren 7,7 Prozent günstiger und Unterhaltungselektronik 5,5 Prozent. Die Preise für Dienstleistungen zogen durchschnittlich um 1 Prozent an, besonders getrieben von der Zunahme der Nettokaltmieten um 1,2 Prozent, die ein Fünftel des Verbraucherpreisindex ausmachen.
Winterschlussverkauf lässt Preise im Monatsvergleich sinken
Im Vergleich zum Dezember 2010 gingen die Preise im Januar sogar zurück, was nach Angaben des Statistikamts vor allem am Winterschlussverkauf lag. Außerdem hätten die Preise für Hotels deutlich unter denen im Urlaubsmonat Dezember gelegen. Flugreisen wurden aber teurer, weil die Gesellschaften die Kosten der Luftverkehrsabgabe an die Kunden weitergaben.
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