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Aktuelle Studienergebnisse
Jeder fünfte Jugendliche ist von Armut bedroht

Jeder fünfte Jugendliche ist von Armut bedroht
Der Anteil der 15- bis 24-jährigen Hartz-IV-Bezieher ist mit 20,5 Prozent in Berlin am höchsten. FOTO: dpa
Düsseldorf. Eine Studie bringt alarmierende Ergebnisse ans Licht: Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland lebt in Armut oder ist von Armut bedroht. Besonders betroffen sind laut dem "Monitor Jugendarmut" junge Menschen mit niedrigem allgemeinen Schulabschluss und ohne Berufsausbildung.

Die Studie wurde in der Nacht zu Freitag im Internet veröffentlicht und soll auf dem Katholikentag in Regensburg vorgestellt werden. Unter dem Begriff "Jugendarmut" verstehen die Autoren sowohl eine materielle Unterversorgung als auch einen Mangel an gesellschaftlicher Teilhabe.

Der Anteil der 15- bis 24-jährigen Hartz-IV-Bezieher ist den Angaben zufolge mit 20,5 Prozent in Berlin am höchsten. Auf den weiteren Plätzen folgen Bremen und Sachsen-Anhalt. Den niedrigsten Wert weist mit 3,4 Prozent Bayern auf, vor Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Das bundesweite Mittel liegt bei 8,9 Prozent.

Die von der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit erhobenen Daten zeigen eine enge Verbindung zwischen Bildungsgrad und erfolgreichem Einstieg ins Berufsleben. Von den jungen Erwachsenen mit Abitur oder Fachhochschulreife hatte 2011 ungefähr jeder Zwanzigste keinen Berufsabschluss. Bei den Realschulabgängern war es jeder Zwölfte, bei den Hauptschulabsolventen jeder Dritte. Ohne Hauptschulabschluss stieg die Quote auf 61 Prozent.

Zugleich zeigt der "Monitor Jugendarmut" nach Analyse ihrer Verfasser, dass trotz einer Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt die Zahl der angebotenen Plätze gesunken ist. Auf 100 Bewerber im Jahr 2013 entfielen 88,3 Plätze; im Vorjahr waren es 89,1. Außerdem haben Jugendliche mit Migrationshintergrund bei gleicher schulischer Qualifikation auf dem Ausbildungsmarkt schlechtere Karten. 2012 begannen 29 Prozent der jungen Menschen mit ausländischen Wurzeln erfolgreich eine betriebliche Ausbildung im Gegensatz zu 44 Prozent bei den Jugendlichen ohne Migrationshintergrund.

Zu der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit mit Sitz in Düsseldorf gehören unter anderem der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Deutsche Caritasverband und das Kolpingwerk Deutschland an. Die Autoren des "Monitors Jugendarmut" fordern eine gesetzliche Verankerung der Ausbildungsgarantie, mehr Hilfen bei der Ausbildung von Jugendlichen mit erhöhtem Förderbedarf sowie den Wegfall von Sanktionen gegen unter 25-Jährige im Sozialgesetzbuch II, das die Grundsicherung für Arbeitssuchende regelt.

(KNA)
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