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UN-Studie
Jugendarbeitslosigkeit weltweit gesunken

Jugendarbeitslosigkeit sinkt weltweit - Südeuropa bleibt Krisenregion
Die Jugendarbeitslosigkeit ist weltweit gesunken. Südeuropa bleibt aber weiter eine Krisenregion. FOTO: dpa, Julian Stratenschulte
Genf . Endlich einmal bessere Nachrichten vom Arbeitsmarkt für Jugendliche: Mehr junge Männer und Frauen als in den ersten Jahren der Finanzkrise haben Jobs gefunden. Doch die Lage bleibt instabil. Deutschland steht relativ aber gut da.

Nach dem starken Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit in der Finanzkrise hat sich die Lage laut UN-Angaben mittlerweile leicht gebessert. Im weltweiten Durchschnitt pegelte sich die Arbeitslosenrate unter den 15- bis 24-Jährigen zwischen 2012 und 2014 bei 13 Prozent ein, teilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Donnerstag in Genf mit. Für 2015 wird mit einem nur leichten Anstieg auf 13,1 Prozent gerechnet. Ungeachtet dessen wollen der UN-Sonderorganisation zufolge weiterhin Millionen junger Menschen in der Hoffnung auf Jobs in reichere Länder auswandern.

Die absolute Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ging - gemessen am Krisenhöchststand 2009 - bis 2014 um 3,3 Millionen auf 73,3 Millionen zurück. Zugleich konstatiert der ILO-Bericht "Globale Beschäftigungstrends für Jugendliche 2015" einen langsamen Rückgang des Anteils von Jugendlichen an der Arbeitslosigkeit insgesamt. 2014 seien noch 36,7 Prozent aller Arbeitslosen zwischen 15 und 24 Jahre ohne Job oder Ausbildungsverhältnis gewesen - gegenüber 41,5 Prozent zehn Jahre zuvor.

Über 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Spanien und Griechenland

Dies seien zwar durchaus "gute Nachrichten", jedoch sei die Arbeitsmarktlage in vielen Ländern immer noch sehr instabil und die Jugendarbeitslosigkeit liege global weiter deutlich über den 11,7 Prozent vor dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007. In den entwickelten Volkswirtschaften einschließlich der EU-Staaten ging die durchschnittliche Arbeitslosenrate bei Jugendlichen zwischen 2012 und 2014 von 18,0 auf 16,6 Prozent zurück - wobei Deutschland (6,4 Prozent) mit Norwegen, den Niederlanden, der Schweiz und Island nach der ILO-Statistik klar unter der 10-Prozent-Marke liegt.

Besorgniserregend ist hingegen laut ILO die Jugendarbeitslosigkeit in südeuropäischen Ländern - mit 53,2 Prozent in Spanien sowie 52,4 Prozent in Griechenland an der Spitze, gefolgt von Kroatien (45,5), Italien (42,7) und Portugal (34,8). In zwei Drittel aller Staaten Europas sein mehr als 20 Prozent der Jugendlichen arbeitslos.

Am niedrigsten ist die durchschnittliche Jugendarbeitslosigkeit laut ILO in Süd- und Ostasien (9,9 sowie 10,6 Prozent), in Nordafrika beträgt sie 30,5 und im Nahen Osten 28,2 Prozent. In dem Bericht beklagt die ILO auch, dass in vielen Entwicklungsländern junge Menschen selbst dann unterhalb der UN-Armutsgrenze leben, wenn sie Jobs haben. Weltweit müssten 169 Millionen arbeitende junge Menschen mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen.

Weit verbreitet sei in vielen Regionen der Wunsch von Jugendlichen, in reicheren Ländern auf Jobsuche zu gehen. In Afrika südlich der Sahara hätten bei Erhebungen 37 Prozent aller befragten Jugendlichen Bereitschaft zur Migration bekundet, gefolgt von europäischen Nicht-EU-Staaten mit 34 Prozent - gegenüber 11 Prozent in Südostasien.

(dpa)
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