"Saddam-Zuschlag" rechtfertigt Preise nicht: Kartellamt beobachtet Benzinmarkt
zuletzt aktualisiert: 15.02.2003 - 12:40Hamburg (rpo). Wegen der aktuellen Rekordpreise für Benzin hat sich das Bundeskartellamt eingeschaltet und beobachtet den Markt aufmerksam. Der Benzinpreis soll in der vergangenen Woche im Schnitt um vier Cent pro Liter gestiegen sein.
Das Kartellamt prüfe, ob angesichts der Rekordpreise für Benzin und Diesel Verstöße der Unternehmen gegen das Wettbewerbsrecht vorlägen. "Wir haben derzeit aber keine Anhaltspunkte für Preisabsprachen", so Behördensprecher Stephan Siebert gegenüber der "Berliner Zeitung" (Wochenend- Ausgabe).
Der Sprecher sagte weiter, es sei häufig so, dass die Ölkonzerne kurz hintereinander die Preise anheben. Häufig gingen die Preise aber auch "parallel wieder nach unten". Dies sei nicht verwunderlich, da auf dem Benzinmarkt der Wettbewerb nicht über die Qualität des Produktes, sondern fast ausschließlich über den Preis ausgetragen werden könne. Gleichwohl sei diese Feststellung "kein Freifahrtschein" für die Mineralölkonzerne. Am selben Tag hatte der stellvertretende Vorsitzende der FDP, Rainer Brüderle, in der "Bild"- Zeitung erklärt: "Mit einem Saddam-Zuschlag sind die skandalösen Preise nicht zu rechtfertigen, der Gleichschritt der Konzerne ist auffällig."
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