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Retro-Aktion
Kaufland lässt D-Mark-Zahlung wieder zu

Die Geschichte der D-Mark
Die Geschichte der D-Mark FOTO: Bundesbank
Düsseldorf. Viele horten noch D-Mark-Bestände. Zurückgeben kann man sie auch - ohne zeitliche Begrenzung. In einigen Geschäften kann man sogar noch mit der alten Währung bezahlen. Von Georg Winters

Wenn man von jeder Münze aus der guten alten D-Mark-Zeit ein Exemplar besitzt, kommt man auf 8,68 Mark. Hätte jeder der 81,3 Millionen Deutschen genau diesen Satz, käme man auf etwa 705 Millionen Euro. Doch das ist nur ein Bruchteil von dem, was noch an D-Mark-Beständen im Umlauf ist. Das sind nämlich fast 13 Milliarden Mark, also 6,6 Milliarden Euro, ungefähr so viel wie Ende 2014. Je eine Hälfte in Banknoten und Münzen. Was gleichzeitig bedeutet, dass nur noch vier Prozent der Banknoten im Umlauf sind, aber noch mehr als die Hälfte der früheren D-Mark-Münzen.

Was macht man mit Geld, das nicht mehr als offizielles Zahlungsmittel gilt? Wer es nicht verloren, den Aufbewahrungsort vergessen oder beispielsweise Silbermünzen nicht hat einschmelzen lassen (wegen des zeitweise hohen Silberpreises), der kann damit zum Beispiel einkaufen.

Bei der Lebensmittelkette Kaufland kann man vom 4. bis zum 30. Januar wieder mit der alten Währung zahlen. Passend dazu werden zahlreiche Waren wie Margarine und Kaffee in 60er-Jahre-Optik angeboten. 

Eines der Unternehmen, das seine Ware das ganze Jahr über noch gegen D-Mark verkauft, ist der Düsseldorfer Textilfilialist C & A. Der hat nach Angaben eines Unternehmenssprechers seit 2004 etwa 50 Millionen D-Mark von Kunden eingenommen. Oft stammten solche Bestände noch aus Büchern oder würden bei Haushaltsauflösungen entdeckt und dann für den Einkauf genutzt, sagt der C&A-Sprecher. Die Erlöse sind allerdings mit den Jahren deutlich gesunken. In den vergangenen beiden Jahren seien nur noch zwischen 50.000 und 100.000 Mark erlöst worden. Das ist natürlich nur ein Bruchteil des gesamten C&A-Umsatzes, der 2013 bei rund drei Milliarden Euro lag.

Wer das Geld von früher nicht in einem Anflug von Nostalgie sammeln und es auch nicht im Handel ausgeben will, kann es bei der Deutschen Bundesbank zurückgeben. Der Umtausch ist in allen Filialen der Bundesbank möglich. Man zahlt dafür keine Gebühren, es gibt keine Obergrenzen für den Umtauschbetrag, und der Umtausch ist auch nicht zeitlich befristet. Am einfachsten ist es, das Geld bei der Bundesbank direkt zu tauschen, aber das Ganze funktioniert in Ausnahmefällen auch per Post. Das Verlustrisiko liegt allerdings beim Kunden.

Bis Ende November hat die Bundesbank nach eigenen Angaben in etwa 176.000 Fällen D-Mark in Euro getauscht. Dabei wurden Scheine und Münzen im Wert von 98,7 Millionen D-Mark (das entspricht mehr als 50 Millionen Euro) aus dem Verkehr gezogen. Im Durchschnitt sind das 560 D-Mark pro Umtauschaktion.

Andererseits mag sich so mancher auch einfach nicht von seinen alten D-Mark-Beständen trennen. Und wenn doch, hat er sie womöglich auch nicht der Bundesbank, sondern anderen zukommen lassen. Beispielsweise jemandem in Serbien oder Kroatien, wo die D-Mark lange Zeit als Zweitwährung sehr beliebt war, wie es heißt. Wie viel das ist, weiß niemand. Offiziell gilt dieses Geld als im Ausland verschollen.

(gw)
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