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Düsseldorf
Keine Abfindung bei Henkel für Kasper Rorsted

Düsseldorf. Henkel-Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah und Vorstandschef Kasper Rorsted haben sich bei der Aufhebung seines Vertrages offensichtlich offener miteinander abgestimmt, als es offizielle Erklärungen von Montag vermuten ließen. Darum hat Rorsted auch auf die ihm an sich zustehende Auszahlung seines Vertrages bis Ende 2017 verzichtet. Stattdessen erhält er nach Angaben des Unternehmens nur bis zum letzten Arbeitstag bei Henkel am 30. April sein Gehalt. Ab August gibt es dann Geld vom neuen Arbeitgeber Adidas, wo Rorsted Vorstandschef wird.

Das einvernehmliche Streichen der Gehaltsfortzahlung macht nur Sinn, wenn Rorsted ehrlich signalisiert hatte, er habe wohl einen anderen Job, den er halbwegs schnell antreten wolle. Die offizielle Darstellung des Unternehmens, man entlasse Rorsted nur aus dem Vertrag zum 30. April, weil der 53-Jährige seinen Vertrag nicht über 2017 hinaus verlängern wollte und damit sein Nachfolger Hans Van Bylen die künftige Vier-Jahres-Strategie selber ausarbeiten könne, ist dagegen unvollständig. "Wäre das die ganze Wahrheit, müsste Henkel ja Rorsted bis Ende 2017 bezahlen, weil der Gehaltsvertrag auch bei Freistellung vom Job bis dahin gilt", sagt der Vergütungsexperte Heinz Evers. "Aber wenn beide Seiten wissen, dass der alte Chef einen neuen Job hat, kann man eben die Vereinbarung friedlich auflösen."

Die drei Monate Übergangszeit zu Adidas kann Rorsted locker finanzieren: Er war elf Jahre Vorstand und verdiente alleine in 2014 fast sieben Millionen Euro.

(rky)
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