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Düsseldorf/Ingolstadt
Kellerhals hofft auf neue Lösung für Media-Saturn

Düsseldorf/Ingolstadt. Die angekündigte Metro-Aufspaltung ruft den Media-Markt-Gründer auf den Plan. Von Georg Winters

Die angekündigte Aufspaltung der Metro in die Bereiche Groß- und Lebensmittelhandel auf der einen und Consumer Electronics auf der anderen Seite ist natürlich auch für Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals nicht ohne Bedeutung. Denn er hat es nach der Teilung nicht mehr mit dem noch für den Komplettkonzern zuständigen Vorstandsvorsitzenden Olaf Koch zu tun, sondern "nur" noch mit seinem zweiten Imtimfeind Pieter Haas, dem Chef von Media-Saturn, der ab 2017 die Obergesellschaft der Elektronik-Sparte führt.

"Eine bessere friedliche Zusammenarbeit wird dadurch noch nicht gefördert. Aber neue kreative Ideen könnten bei der neuen Konzernstruktur auch noch Lösungen für Media Saturn bringen", schreibt Kellerhals auf seiner Internet-Seite als Reaktion auf die Metro-Pläne. Wie die Lösungen aussehen, bleibt vorerst offen. Kellerhals könnte natürlich versuchen, die Sparte zu übernehmen und damit faktisch die Macht über Media-Saturn zu bekommen. Dazu müsste er aber mehrere Milliarden Euro aufbringen oder zumindest mobilisieren (der Unternehmenswert von Media-Saturn wird derzeit auf etwa fünf Milliarden Euro geschätzt).

Ob das über Geldgeber wie die Advent-Gruppe möglich wäre? Der Finanzinvestor war bereits im vergangenen Jahr als Helfer im Gespräch. Mehrfach hat Kellerhals gesagt, dass er der Metro mit Hilfe solcher Finanzinvestoren ihren Anteil abkaufen würde. Jetzt müsste er entweder die Haniels, Schmidt-Ruthenbecks und Erben von Otto Beisheim rauskaufen oder sich über den Streubesitz die Mehrheit an der neuen Gesellscchaft sichern. Die Kontrolle zu erlangen, würde indes schwierig, da es auf jeden Fall bei Haniel, das 25 Prozent an der neuen Gesellschaft halten wird , als sicher gilt, dass das Unternehmen dieses Paket vorerst nicht abgeben will.

Kellerhals streitet seit Jahren mit der Metro über die Strategie bei Media-Saturn. Die nächste Auseinandersetzung läuft am 28. Juni. Dann verhandelt das Landgericht Ingolstadt über die Klage von Kellerhals, der die Abberufung von Media-Saturn-Chef Haas fordert. Ein Antrag auf eine Einstweilige Verfügung zur sofortigen Abberufung des Managers ist gescheitert.

Quelle: RP
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