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Essen
Klimaklage eines Bauern aus Peru gegen RWE geht weiter

Essen. Die Klima-Klage eines peruanischen Bergbauern gegen RWE beschäftigt das Essener Landgericht noch länger. Es setzte gestern einen neuen Termin für den 15. Dezember fest. Dann soll sich der weitere Verlauf entscheiden. Der Kläger wirft RWE vor, durch den hohen Ausstoß des Konzerns an CO2 für den Klimawandel mitverantwortlich zu sein. RWE müsse für den Schutz des Dorfes zahlen.

Saul Lliuya wohnt in Huaraz, etwa 450 Kilometer nördlich der Hauptstadt Lima. Er sieht sein Haus gefährdet, weil der Klimawandel einen Gletscher zum Schmelzen bringe. Der Pegel des dortigen Bergsees steige. Lliuya fürchtet eine katastrophale Flut, die sein Haus wegreißen könne. Der 36-jährige Vater dreier Kinder fordert 17.000 Euro für Schutzmaßnahmen seiner Gemeinde oder wenigstens die 6300 Euro, die er für den Umbau seines eigenen Hauses ausgegeben hat. Er hat einen zweiten Stock auf das Haus gesetzt - für den Fall, dass das Wasser kommt. Lliuya war persönlich gekommen, er wird unterstützt von Umweltschutzorganisationen.

Der RWE-Anwalt erklärte, es gebe viele Ursachen für den Klimawandel - etwa Flugverkehr, Brandrodungen oder intensive Landwirtschaft in vielen Ländern. Zwischen dem Schadstoffausstoß von RWE und der Situation im Heimatort des Klägers in Peru gebe es keinen klaren kausalen Zusammenhang. Der Richter ließ nicht erkennen, in welche Richtung er neigen könnte. Auch er betonte allerdings, dass es zentral auf einen Zusammenhang zwischen den RWE-Schadstoffen und dem Gletscher in Peru ankomme.

(dpa)
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