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Düsseldorf
Klinikärzte starten in schwierige Tarifgespräche

Düsseldorf. Mit einer Informationskampagne ist der Marburger Bund in die Tarifgespräche für die 55.000 Ärzte an den kommunalen Kliniken gestartet. Die Gewerkschaft veröffentlichte parallel zum ersten Meinungsaustausch in Düsseldorf ein Papier, in dem sie die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) massiv kritisierte.

Auf dem Verhandlungstisch liegt eine Forderung von 5,9 Prozent für zwölf Monate. Das haben die Kliniken schon in Bausch und Bogen zurückgewiesen, denn eine Umsetzung würde zu Mehrkosten in Höhe von 320 Millionen Euro führen. VKA-Verhandlungsführer Joachim Finklenburger unterstrich gestern noch einmal: "Für die kommunalen Krankenhäuser sind solche Kostensteigerungen in keiner Weise darstellbar." Die geforderten Tariferhöhungen seien durch die aktuelle Krankenhausfinanzierung nicht im Ansatz gedeckt.

Stimmt nicht, schreiben dagegen die Ärzte. Der Marburger Bund wirft der VKA vor, die Verbesserung der Ertragslage in den Krankenhäusern auszublenden. Die Umsatzrendite sei in den vergangenen Jahren gestiegen. "Auch in diesem Jahr können die Krankenhäuser mit Mehreinnahmen rechnen", heißt es. Zudem werfen die Mediziner den Kliniken vor, Mittel für Personal- und Sachkosten zweckfremd für Investitionen einzusetzen. Auch das VKA-Argument, dass Ärzte zu den Spitzenverdienern zählten, will die Gewerkschaft nicht gelten lassen. Ein Ingenieur in der Metall- und Elektroindustrie komme mit dreijähriger Berufserfahrung auf ein Gehalt von rund 7300 Euro, ein Arzt mit 15-jähriger Berufserfahrung und sechsjähriger Facharztzeit komme auf rund 900 Euro weniger.

Für besondere Brisanz dürfte zudem die Arbeitgeberforderung sorgen, die Zusatzversorgung der Ärzte aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung anzupassen. Weiter verhandelt wird Mitte Oktober.

(maxi)
 
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