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Duisburg
KlöCo baut noch mehr Personal ab

Duisburg. Der Duisburger Stahlhändler macht Verluste. Deshalb sollen rund 20 Millionen Euro eingespart werden. Die Sparmaßnahme trifft vor allem die Manager. Von Florian Rinke

Nachdem der Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co. zuletzt bereits Standorte geschlossen hatte, sollen nun die Strukturen im Management angepasst werden. "Es werden nicht mehr alle dabei sein", kündigte Vorstandschef Gisbert Rühl gestern bei der Vorstellung der Zahlen für das erste Quartal an. Teile der Aufgaben der Landesgesellschaften sollen in einer zentralen Europa-Holding gebündelt werden. Von der üblichen Struktur, dass jede Landesgesellschaft einen Vorstandschef und einen Finanzvorstand habe, wolle man sich verabschieden. Wie viele Jobs wegfallen, sagte Rühl nicht: "Wir reden aber nicht von zehn oder 20 Mitarbeitern." Es könnten über 100 sein.

Klöckner & Co. steckt genau wie große Teile der Stahlbranche in der Krise. Weil es auf dem Weltmarkt zu viel Stahl gibt, sind die Preise im Keller. Klöckner hatte daher bereits Stellen gestrichen. Trotzdem schreiben die Duisburger weiter rote Zahlen. Unter dem Strich stand in den ersten drei Monaten des Jahres ein Minus von 14 Millionen Euro. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr von 1,7 auf 1,4 Milliarden Euro.

Immerhin: Es geht bergauf. Im Vorjahr betrug der Verlust noch 21 Millionen Euro. Im Gesamtjahr will Klöckner schwarze Zahlen schreiben. Helfen soll dabei das Digitalgeschäft. Der Umsatzanteil stieg von zuletzt 7,4 auf 8,9 Prozent im ersten Quartal. Bis 2017 soll der Anteil zehn Prozent betragen.

Klöckner betreibt unter anderem einen Webshop. Konkurrenten hatten zuletzt ähnliche Projekte angestoßen. Thyssenkrupp hatte etwa im April seinen Shop "materials4me" nach Großbritannien und Spanien auch in Deutschland gestartet. Auch Klöckner will seinen Shop in diesem Jahr noch in allen Ländern, in denen man aktiv ist, außer den USA starten. Die Bedeutung solcher Webshops will Gisbert Rühl allerdings nicht überbewerten: "Am Ende des Tages werden keine zehn Prozent unseres Umsatzes über den Webshop gehen." Das Angebot richte sich eher an kleinere Kunden. Viel wichtiger sei daher die geplante Industrie-Plattform.

Diese will Rühl langfristig aufbauen, um Kunden mit Klöckner und sogar der Konkurrenz zu vernetzen. Über die Plattform könnten alle Geschäfte abgewickelt werden, Klöckner würde auch an Vermittlungsgebühren verdienen. In Berlin betreibt das Unternehmen dazu mit Klöckner.i eine Tochterfirma mit inzwischen 30 Mitarbeitern. Während in den Landesgesellschaften Stellen gestrichen werden, soll das Berliner Management mit erfahrenen digitalen Köpfen erweitert werden.

Quelle: RP
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