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Köln
Apps von Asamoah

Köln: Schalke-Star Gerald Asamoah bastelt Apps
Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah zeigt seine App. FOTO: Hans-Juergen Bauer
Köln. Der frühere Fußball-Nationalspieler hat ein Start-up gegründet, das Promi-Apps bastelt. Werbung macht er dafür auch in der Kabine. Von Florian Rinke

Der enge Kontakt zu seinen Fans ist Gerald Asamoah wichtig, doch zu bestimmten Uhrzeiten sollte dann doch Schluss sein. "Asa", wie sie ihn auf Schalke bis heute nennen, muss lachen, wenn er über die Anfänge der "Sag mir"-Funktion seiner App erzählt. Fans konnten dem Fußball-Star damit Audio-Nachrichten aufnehmen, die er beantwortete. "Ein paar Jungs haben besoffen gewettet, ob sich Asa auch nachts um drei Uhr bei ihnen meldet", sagt er.

Früher waren die Anhänger zufrieden, wenn sie ein Autogramm von ihren Stars ergattern konnten. Heute wollen sie mehr. "Gerade auf Schalke ist es wie in einer große Familie - da wollen die Fans viel wissen", sagt Asamoah, der inzwischen für die zweite Mannschaft der Knappen spielt. Als ihm der ehemalige Schalke-Mitarbeiter Burkhard Mathiak daher von seiner Idee erzählte, personalisierte Apps zu entwickeln, war der Ex-Nationalspieler sofort begeistert. Bside-Me heißt das Start-up, in das Asamoah gemeinsam mit seinem früheren Mitspieler Fabian Ernst investiert hat.

Auch Ex-Nationalspieler Fabian Ernst investiert in das Start-up

Die beiden verbindet eine lange Freundschaft. In der sechsten Klasse saßen sie in der Schule nebeneinander, später spielten sie gemeinsam für Hannover 96, den FC Schalke 04 und die Nationalmannschaft. Trotzdem könnten die beiden unterschiedlicher nicht sein: Einerseits der öffentlich eher zurückhaltend auftretende Fabian Ernst und andererseits Gerald Asamoah, der 2006 bei der Fußball-Weltmeisterschaft zum Kabinen-DJ und bei jedem seiner Clubs zum Publikumsliebling wurde. Asamoah ist extrovertiert, das kommt bei den Leuten an - und er ist ein Handy-Freak. Selbst während des Gesprächs spielt er permanent an seinem goldenen iPhone 6 herum. In der Welt der Prominenten ist er damit freilich nicht alleine. "Es gibt Spieler, die nicht gerne preisgeben wollen, wenn sie mit ihrer Frau essen gehen", sagt Asamoah, der auch selbst Bilder vom heimischen Frühstückstisch in der App mit seinen Fans teilt: "Andere haben Lust etwas über sich mitzuteilen - und die wollen wir haben." Die App ist mit ihren Funktionen eher etwas für die Gerald Asamoahs dieser Welt als für die Fabian Ernsts.

Asamoah: "Es gibt viele Fußballer, die heiß auf so eine App sind"

Inzwischen gibt es nicht nur Asamoah als App, auch Gladbach-Stürmer Max Kruse, Bayern-Verteidiger Rafinha, Eishockey-Spieler John Tripp von den Kölner Haien und Karnevals-Star Guido Cantz haben eine. Im Büro von Bside-Me im Kölner Stadtteil Dünnwald hängt eine lange Liste mit Prominenten, die in den kommenden Wochen und Monaten ebenfalls mit einer eigenen App an den Start gehen wollen - und je mehr dabei sind, umso schneller wird die Vermarktung zum Selbstläufer. "Mich haben Prominente schon am Flughafen angesprochen, was das für eine App ist", sagt Asamoah und auch in der Kabine ist sie natürlich Thema. "Mir war klar: Wenn man so eine App hat, gibt es viele andere Fußballer, die auch heiß darauf sind", sagt er und lacht. Schließlich seien viele genau wie er ein bisschen selbstverliebt: "Wenn wir in der Kabine sitzen, ist es auch ein kleiner Wettbewerb, wer mehr Fans hat - und dafür muss man natürlich was posten."

Der Star kann mit der App Geld verdienen

Natürlich können Stars ihre Apps auch professionell befüllen lassen, so wie es Fußball-Stars wie der Portugiese Cristiano Ronaldo oder auch der Nationalspieler Mario Götze machen - doch diese Apps hat nicht jeder. Das Angebot von Bside-Me füllt damit eine Lücke und ermöglicht es Stars sogar anders als Facebook-Seiten, Geld zu verdienen, wenn es gut läuft. "Unternehmen können Werbung schalten und wir teilen die Einnahmen mit den Prominenten", sagt Burkhard Mathiak. Die Stars hätten dadurch nicht nur einen eigenen Social-Media-Kanal, den sie unabhängig von Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter pflegen können, sondern auch eine zusätzliche Vermarktungsplattform. "Wir wollen die Beziehung zwischen Fan und Star nutzen", sagt Burkhard Mathiak: "In den sozialen Netzwerken hat man als Prominenter keinen Einfluss darauf, welche Werbung geschaltet wird. Hier finden die Unternehmen eine Werbefläche, die es vorher so nie gegeben hat."

Quelle: RP
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