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Mannheim
Kölner startet als neuer ZEW-Chef

Mannheim. Achim Wambach will die Politik-Beratung durch das Institut stärken.

Bislang wirkte Achim Wambach eher im Hintergrund, doch das dürfte sich jetzt ändern: Der Kölner Ökonom übernimmt den Chefposten am Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), einem der drei großen Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland. Er folgt auf Clemens Fuest, der am Münchner Ifo Institut Hans-Werner Sinn ablöst.

Wambach ist zwar in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt, zählt aber dennoch zu den einflussreichsten und renommiertesten Ökonomen Deutschlands. Der derzeitige Leiter des Instituts für Wirtschaftspolitik an der Universität Köln ist Mitglied des Wissenschaftler-Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium sowie der Monopolkommission, die als Expertengremium die Bundesregierung in Sachen Wettbewerbspolitik berät. Zudem ist er designierter Vorsitzender des Vereins für Socialpolitik (VfS), einer der größten Ökonomenvereinigungen der Welt.

Seine akademische Laufbahn begann Wambach nicht als Wirtschafts-, sondern als Naturwissenschaftler. In den 1980er Jahren studierte er zunächst Mathematik und Physik und promovierte in Oxford. Danach hängte er ein Ökonomiestudium an - und blieb diesem Bereich bis heute treu. Aus der Physik hat er die pragmatische Herangehensweise an Probleme mitgenommen. "In der Physik gibt es keine Päpste", sagt Wambach. Diagramme seien richtig, weil sie funktionierten und nicht, weil jemand sage, dass sie funktionierten.

Wambach kündigte gestern an, dass er das Thema Marktdesign als neuen Forschungsbereich am Institut aufbauen wolle. Im Vergleich zum angelsächsischen Raum habe Deutschland hier noch Nachholbedarf, sagte der Kölner Ökonom am Donnerstag bei der Unterzeichnung seines Arbeitsvertrags in Mannheim. Der Forschungsbereich Marktdesign untersucht, wie Märkte aufgebaut sein müssen, um effizient zu funktionieren. Er beschäftigt sich etwa mit der Rolle des Staates bei der Energiewende und mit Regeln für den Verkauf von Kohlendioxid-Lizenzen oder für Auktionen im Telekommunikationsbereich.

Wambach sagte, eines seiner Ziele sei es, die Mittlerrolle des ZEW zwischen Wissenschaft und Politik zu stärken. Europa stehe vor großen Herausforderungen. Zur Debatte könne und müsse die Wissenschaft beitragen.

(dpa)
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